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Umfrage: Handwerk profitiert von Digitalkompetenz der Azubis
Ob bei der Bedienung von Software, beim Posten in Online-Netzwerken oder im Umgang mit Datenwolken und Künstlicher Intelligenz: Mehr als die Hälfte der Ausbildungsbetriebe im Handwerk lässt sich laut einer Umfrage bei der Digitalisierung von ihren Azubis helfen. Wie der Digitalverband Bitkom am Donnerstag mitteilte, geben dies 54 Prozent der Befragten an. Auf der anderen Seite setzen demnach 44 Prozent digitale Technik gezielt ein, um Nachwuchs zu gewinnen und die Ausbildungsplätze für junge Leute attraktiver zu machen.
Für die repräsentative Umfrage wurden im Auftrag des Digitalverbandes von Anfang Juni bis Mitte Juli insgesamt 504 Handwerksunternehmen ab einem Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Dabei zeigte sich laut Bitkom, dass das Bewusstsein für die Bedeutung digitaler Kompetenzen im Handwerk inzwischen weit verbreitet ist. Rund drei Viertel der Betriebe (76 Prozent) sind demnach der Ansicht, ihre Mitarbeitenden bräuchten mehr Digitalkompetenz - vor drei Jahren war erst rund die Hälfte dieser Meinung (2022: 56 Prozent).
Als Schulnote für ihre bisher erreichte Digitalisierung geben sich die Handwerksbetriebe derzeit die Durchschnittsnote 3,0. Etwa jeder zehnte Betrieb (neun Prozent) schätzt die Digitalisierung des eigenen Unternehmens allerdings als mangelhaft oder ungenügend ein.
Bislang im Handwerk kaum genutzt werden der Umfrage zufolge die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI). Erst in vier Prozent der deutschen Handwerksbetriebe wird KI demnach eingesetzt, und lediglich neun Prozent befinden sich dahingehend in Planungen.
Zugleich gibt jeweils rund ein Drittel an, dass die Technologie Geschäftsmodelle im Handwerk vollständig verändern werde (33 Prozent) und dass KI bei frühzeitigem Einsatz einen Wettbewerbsvorteil für Handwerksunternehmen bedeuten könne (35 Prozent). Gut die Hälfte der Handwerksbetriebe macht sich allerdings Sorgen, dass künstliche Intelligenz und Software bald vorgeben könnten, wie Handwerkerinnen und Handwerker arbeiten müssen (52 Prozent).
Ein Problem bei der Nutzung von KI liegt laut Umfrage in den Kompetenzen der Beschäftigten: Nur drei von zehn Unternehmen verfügen demnach über Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter, die mit KI umgehen können (29 Prozent). "Der Fachkräftemangel ist das drängendste Problem im deutschen Handwerk", erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Künstliche Intelligenz könne helfen, die so entstehenden Engpässe abzufedern. Daher solle sich "jeder Handwerksbetrieb" mit KI beschäftigen, riet er.
S.F.Warren--AMWN