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Gewerkschaftschef: Hollywood-Studios und Schauspieler nähern sich bei KI-Regulierung an
Drei Jahre nach dem ausgedehnten Streik in Hollywood haben Studios und Schauspielergewerkschaft offenbar Fortschritte bei Regeln zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzielt. Die Studios und Streamingdienste seien bei den jüngsten Tarifverhandlungen "mit einer anderen Perspektive" an den Tisch gekommen, sagte der Chefunterhändler der Gewerkschaft SAG-AFTRA, Duncan Crabtree-Ireland, der Nachrichtenagentur AFP. Der Ton der Gespräche sei "viel kooperativer" gewesen.
"Ich glaube wirklich, dass die Streiks von 2023, so schwierig sie für uns alle waren, dazu beigetragen haben, die Beziehungen zwischen Studios und Gewerkschaften im Allgemeinen neu zu justieren", sagte Crabtree-Ireland weiter.
Die Mitglieder der Gewerkschaft, die rund 160.000 Schauspieler, Stuntleute, Tänzer und andere Darsteller vertritt, stimmen derzeit über den neu ausgehandelten Vertrag ab. Der nationale Vorstand der SAG-AFTRA hatte die Vereinbarung Anfang des Monats gebilligt. Die Abstimmung endet am 4. Juni, der bisherige Vertrag läuft Ende Juni aus. Falls die Gewerkschaftsmitglieder zustimmen, tritt die neue Vereinbarung im Juli in Kraft.
Sie schließt den Einsatz von KI nicht aus, sieht nach Angaben von Crabtree-Ireland aber neue Schutzmechanismen vor. Digitale Repliken, bei denen KI oder andere Technologien genutzt werden, um lebende oder verstorbene Darsteller nachzubilden, müssten mit "informierter Zustimmung und fairer Vergütung" verbunden sein.
Für sogenannte synthetische Figuren, die nicht auf realen Personen beruhen, sieht der Vertrag nur eine begrenzte Nutzung unter "ungewöhnlichen Umständen" vor. Die Studios müssten der Gewerkschaft dann darlegen, dass die künstlich erzeugte Figur einen "erheblichen zusätzlichen Wert" für die Produktion bringe. Dies sei zwar kein vollständiges Verbot, aber ein "sehr starker Abschreckungsanreiz", sagte Crabtree-Ireland.
Die Schauspieler hatten 2023 gemeinsam mit den Drehbuchautoren Hollywood monatelang lahmgelegt. Der 118-tägige Ausstand war der längste Streik in der Geschichte der US-Schauspieler und verzögerte zahlreiche Film- und Serienproduktionen. Zentrale Forderungen waren damals bessere Vergütung, sicherere Arbeitsbedingungen und Schutz vor der Verdrängung durch KI. Wirtschaftsexperten schätzten die Verluste durch den Doppelstreik auf mindestens sechs Milliarden Dollar (5,15 Milliarden Euro).
O.Karlsson--AMWN