-
Britische Marine verschärft Vorgaben für Alkoholkonsum auf Schiffen
-
Sigurdsson rechnet mit EM-Organisatoren ab: "Absolute Schande"
-
Timo Werner wechselt zu San Jose in die MLS
-
Statistik: Annähernd jeder zweite Mensch erkrankt im Laufe des Lebens an Krebs
-
EU-Länder stufen Revolutionsgarde als Terrororganisation ein und erhöhen Druck auf Teheran
-
Luftfahrtverband: Keine Fortschritte bei nicht-fossilen Treibstoffen
-
Bund und Länder stellen 2,5 Milliarden Euro für neue Bahnprojekte zur Verfügung
-
Streit über Textpassagen: Bundesgerichtshof verhandelt erneut über Kohl-Buch
-
EU-Staaten stufen Irans Revolutionsgarden als Terrororganisation ein
-
Aldi und Lidl senken Preise für Schokolade und Schoko-Produkte
-
Mallorca Challenge: Lipowitz und Evenepoel starten mit Sieg
-
Britischer Premier würdigt nach Treffen mit Chinas Staatschef Xi "Fortschritte"
-
An den Füßen abgeflext: Fast drei Meter große Bronzefigur von Friedhof gestohlen
-
Bundesverwaltungsgericht: Regierung muss Klimaschutzprogramm nachbessern
-
Bundesarbeitsgericht: Fluggastkontrolleurin darf Kopftuch tragen
-
Minneapolis: Trumps Grenzbeauftragter Homan stellt Teilabzug in Aussicht
-
Ukrainischer Wetterdienst warnt vor Extremkälte von bis zu minus 30 Grad
-
Fed-Zinspause erzürnt Trump - US-Präsident fordert "erhebliche" Senkung
-
"Noch hartes Stück Arbeit": Bahn setzt Tarifverhandlungen mit GDL im Februar fort
-
Drogentod von 16-Jährigem in Bayern: Zwei Verdächtige in Untersuchungshaft
-
Urteil: Bisheriges Klimaschutzprogramm reicht nicht aus
-
Bundestag beschließt Gesetz zum Schutz kritischer Infrastruktur
-
Brand in Crans-Montana: Ermittlungen gegen zwei Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde
-
Aldi senkt Preise für Schokoladen
-
Merz prangert "tägliche Kriegsverbrechen" Russlands in der Ukraine an
-
Zollbeamte in Stralsund entdecken zehntausende Flacons mit gefälschtem Parfum
-
Trotz Vorwürfen: Heeresinspekteur wirbt aktiv um Frauen in der Truppe
-
Erneut Wisente aus Berlin in Aserbaidschan ausgewildert
-
Schuldspruch gegen Mann wegen Angriffs auf Online-Freundin von Barron Trump
-
Iran-USA-Konflikt: Türkei bietet Vermittlung an - Teheran droht mit "vernichtender" Reaktion
-
Jobportal: Unternehmen schreiben immer mehr Teilzeitstellen aus
-
Becker glaubt an Zverevs Chance: "Dann wird er gewinnen"
-
Bund fördert Bau von Wasserstofftankstellen für Lkw mit 220 Millionen Euro
-
Etwa 12.000 Teilnehmer bei "Streiktag Bildung" - weniger als von GEW angekündigt
-
Bundestag: Dobrindt wirbt für Gesetz zum Schutz der Infrastruktur
-
Verbotene Wetten: Deutsche Diskuswerfer auf Bewährung
-
Absatzplus trotz Handelsspannungen: Toyota bringt Volkswagen weiter auf Abstand
-
Mehr als neun Jahre Haft für Totschlag an Bekanntem in Nordrhein-Westfalen
-
Studie: Nachfrage nach staatlicher Studienunterstützung sinkt weiter
-
Topfavoritin Sabalenka fordert Rybakina im Melbourne-Finale
-
Prozess gegen mutmaßliche NSU-Unterstützerin: Zschäpe erneut befragt
-
Prozess um islamistischen Messerangriff in Bielefeld beginnt am 2. März
-
Türkei bietet Vermittlung im US-iranischen Atomstreit an und erwägt Grenzschutz-Ausbau
-
Makler darf Mieter mit ausländischem Namen bei Wohnungssuche nicht diskriminieren
-
Urteil: Rheinland-pfälzisches Kind darf ohne Masernschutz nicht in Kita
-
PFAS-Verschmutzung: Studie schätzt Kosten bis 2050 auf bis zu 1,7 Billionen Euro
-
Skandal um Säuglingsnahrung: Französische Familien und Foodwatch reichen Klage ein
-
Sanktionierter russischer Öl-Konzern Lukoil verkauft Auslandsgeschäft an US-Investor
-
Klage von US-Feuerzeughersteller Zippo gegen frühere EU-Zölle wird neu aufgerollt
-
Libanesischer Zentralbanker soll mit Geldwäsche deutsche Immobilien gekauft haben
Ozempic: Absturz um 56 %
Noch vor einem Jahr galt der Hersteller der GLP-1-Medikamente Ozempic (für Diabetes) und Wegovy (für Adipositas) als unangreifbarer Börsenliebling. Inzwischen hat der Konzern jedoch mehr als die Hälfte seines Börsenwerts eingebüßt – je nach Messpunkt rund 56 % seit dem Hoch 2024. Auslöser sind ein seltener, aber heftiger Perfect-Storm aus verfehlten Erwartungen, härterer Konkurrenz, Preisdruck und regulatorischen Störfeuern.
Der Kipppunkt: Gewinnwarnung und Rekordsturz
Ende Juli senkte das Unternehmen überraschend seine Jahresprognosen. Der Markt reagierte panisch: Der Kurs verzeichnete den größten Tagesverlust der Unternehmensgeschichte, der Börsenwert schrumpfte binnen Stunden um zig Milliarden. Dass gleichzeitig ein Führungswechsel verkündet wurde, verstärkte die Unsicherheit – Investoren fragten sich, ob die goldene GLP-1-Story ihren Höhepunkt überschritten hat.
Warum der Boom ins Stocken geriet
1) Konkurrenz mit Tempo: Rivalen drängen mit sehr wirksamen Alternativen in den Markt der Stoffwechselmedikamente. Vor allem ein Wettbewerber mit Wirkstoff auf Tirzepatid-Basis gewinnt rasant Marktanteile – teils mit Vorteilen bei Gewichtsverlust, Dosierung und Lieferfähigkeit.
2) Preis- und Kostendruck: Der Kunde wurde spruchtwörtlich mit sehr hohen Kosten belatste, die politische Diskussionen über Arzneikosten, hohe Zuzahlungen und Tarifdruck der Versicherer setzen somit Margen unter Druck. Der Hersteller reagiert punktuell mit Preisnachlässen für Selbstzahler und Rabattprogrammen – das stützt die Nachfrage, drückt aber auf die Ertragserwartungen.
3) “Compounding” & Fälschungen: Monatelang kursierten Nachahmer-Mischpräparate und fragwürdige Online-Angebote. Behörden gingen dagegen vor – gut für die Patientensicherheit, kurzfristig jedoch ein weiterer Störfaktor im Absatzkanal.
4) Lieferketten & Kapazitäten: Trotz Milliardeninvestitionen bleibt die Skalierung empfindlich: Die Nachfrage übersteigt regional weiterhin das Angebot, was Umsätze verschiebt und Prognosen anfällig macht.
Gegenkräfte: Medizinische Breite statt Monokultur
Die Geschichte ist jedoch nicht nur eine vom Fall. Klinische Daten und neue Indikationen erweitern den Nutzen der GLP-1-Klasse jenseits von Gewichtsreduktion und Diabetes: Herz-Kreislauf-Nutzen ist belegt, und ganz aktuell erhielt Wegovy eine Zulassungserweiterung für eine schwere Lebererkrankung (MASH). Das signalisiert, dass die Pipeline nicht ausgereizt ist – und es erklärt, warum der Kurs nach der Schockphase wieder Boden gutmachen konnte.
Was die 56 % bedeuten – und was nicht
Die “56 %” stehen sinnbildlich für den steilen Abstieg vom Allzeithoch und spiegeln vor allem Bewertungsfantasie wider, die in wenigen Wochen verdampfte. Operativ wächst das Geschäft weiter – zweistellige Umsatzzuwächse in der ersten Jahreshälfte, getragen von Adipositas-Therapien, belegen das. Die Diskrepanz zwischen Börse und Business zeigt: Bewertungsniveaus in Hype-Phasen sind fragil, selbst bei Blockbustern.
Ausblick: Drei Szenarien
- Basisszenario: Stabilisierung. Eine Normalisierung der Lieferketten, breitere Erstattungen und neue Therapieindikationen stützen Umsatz und Marge.
- Bärenszenario: Margenerosion. Aggressive Konkurrenz, Rabattdruck und regulatorische Risiken drücken die Profitabilität stärker als erwartet.
- Bullenszenario: Re-Rating. Zusätzliche Zulassungen, überzeugende Real-World-Daten (z. B. in Kardiologie/Hepatologie) und eine konsequente Preispolitik treiben die Neubewertung.
Fazit und die Zukunft:
Das “Ozempic-Imperium” ist nicht kollabiert – aber die Illusion ewigen Hyperwachstums schon. Der Markt preist plötzlich harte Arbeit ein: Kapazitäten ausbauen, Preise austarieren, Indikationen verbreitern, Vertrauen zurückgewinnen. Gelingt diese Operation am offenen Herzen, ist die Talsohle womöglich näher, als es die Schlagzeilen vermuten lassen.