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IMK-Konjunkturforscher warnen vor weiteren Leitzinserhöhungen
Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hat vor dem Hintergrund der Turbulenzen im Bankensektor vor weiteren Leitzinserhöhungen durch die Zentralbanken gewarnt. Aktuell spreche "wenig dafür", dass sich aus der Bankenkrise "größere wirtschaftliche Verwerfungen ergeben werden", erklärte das Institut der Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag. Die Notenbanken seien in der Lage, die Probleme unter Kontrolle zu halten, "wenn sie ihre Geldpolitik entsprechend umsichtig gestalten".
Die Fed in den USA, die Europäische Zentralbank (EZB) sowie weitere Notenbanken europäischer Länder hatten zuletzt mit Leitzinserhöhungen auf die anhaltend hohe Inflation reagiert. Da hohe Zinsen aber auch die Konjunktur bremsen und außerdem mit zur Schieflage einiger Banken beigetragen haben, waren diese Erhöhungen nicht unumstritten.
Mögliche weitere Leitzinserhöhungen seien "aktuell unnötig und potenziell schädlich", erklärte das IMK weiter. "Die Wirtschaft weiter zu dämpfen, um das Inflationsziel ein halbes Jahr früher zu erreichen, wäre angesichts der Risiken für die Konjunktur, die Finanzmarktstabilität und die klimapolitisch erforderlichen Investitionen nicht zu rechtfertigen." Die Forschenden verwiesen dabei auch auf die Prognose, dass der Preisdruck nachlässt.
Das IMK veröffentlichte am Donnerstag seine Konjunkturprognose für dieses und nächstes Jahr und berücksichtigte dabei auch die möglichen Folgen der jüngsten Bankenturbulenzen für die deutsche Wirtschaft. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr stagnieren - zuvor war das IMK noch von einem Abschwung ausgegangen - und im kommenden Jahr um 1,2 Prozent zulegen.
Die Unsicherheit angesichts des Ukraine-Kriegs, der Spannungen zwischen den wirtschaftlichen Schwergewichten USA und China und der Bankenkrise sei zwar "sehr groß", erklärten die Forscher. Zugleich hätten sich die Aussichten zum Ende des vergangenen Jahres "deutlich aufgehellt" und die deutsche Wirtschaft werde durch eine sich erholende Weltkonjunktur und hohe Auftragsbestände in der Industrie gestützt.
Bei der Inflation erwartet das IMK nach 6,9 Prozent im vergangenen nun 5,3 Prozent in diesem Jahr. 2024 dürfte sich die Teuerung mit 2,4 Prozent wieder dem Ziel der EZB von rund zwei Prozent nähern.
Am Arbeitsmarkt erwartet das IMK eine stabile Lage - trotz einer erwarteten leichten Winterrezession 2022/2023 - und rechnet für dieses und nächstes Jahr mit einem Anstieg der Erwerbstätigenzahl. Die Arbeitslosenquote dürfte den Prognosen zufolge im Durchschnitt dieses Jahres leicht auf 5,4 Prozent steigen und 2024 wieder auf 5,3 Prozent zurückgehen.
P.Silva--AMWN