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Spenden in Deutschland in ersten neun Monaten unter Rekordwert aus Vorjahren
Die Deutschen haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres weniger gespendet als in den beiden vorangegangenen Rekordjahren. Bis September gingen insgesamt 3,2 Milliarden Euro an Spenden ein, wie der Deutsche Spendenrat am Montag in Berlin mitteilte. Das sind rund 600 Millionen Euro weniger als 2022, dem Jahr des Beginns des Ukraine-Kriegs, und auch weniger als 2021 mit der Ahrtal-Flut.
Dennoch liegt das Spendenaufkommen in diesem Jahr trotz Inflation etwa auf dem Niveau der guten Spendenjahre 2017 bis 2019. Insgesamt erwartet der Spendenrat bis Jahresende rund fünf Milliarden Euro an Spendeneinnahmen.
Sorge bereitet dem Spendenrat die erneut sinkende Zahl der Spender. Rund 14 Millionen Menschen gaben zwischen Januar und September Geld an gemeinnützige Organisationen oder Kirchen. Ihre Zahl sank damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Millionen. Der prozentuale Anteil der Spender an der Bevölkerung ging ebenfalls um 2,8 Prozentpunkte auf insgesamt 21,3 Prozent zurück. Während 2006 und 2007 noch jeder dritte Deutsche spendete, dürfte es in diesem Jahr nur jeder Fünfte sein.
"Das ist vor dem Hintergrund der enormen Solidarität der vergangenen zwei Jahre nicht überraschend", erklärte Martin Wulff, Geschäftsführer des Deutschen Spendenrats. Angesichts der hohen Inflation halte er das diesjährige Spendenvolumen für "bemerkenswert". Allerdings sei der deutliche Rückgang der Spendenden "besorgniserregend".
Dabei war der durchschnittliche Spendenbetrag mit 37 Euro der dritthöchste Wert nach den Rekordjahren 2021 mit 40 Euro und 2022 mit 41 Euro. Den größten Spendenrückgang gab es bei der Not- und Katastrophenhilfe, die im ersten Jahr nach Beginn des Ukraine-Kriegs ein Minus von 472 Millionen Euro verbuchte. Diesen Effekt gab es demnach auch nach anderen Katastrophen und Kriegen. Trotzdem waren die Spendeneinnahmen in diesem Bereich aber immer noch fast doppelt so hoch wie vor der Pandemie.
In den Bereich Kirche/Religion flossen 2023 rund 30 Prozent weniger Spenden als noch 2019. Die Spendeneinnahmen für Geflüchtete sanken im Vergleich zum vergangenen Jahr bis September von 949 Millionen auf 316 Millionen Euro und "normalisieren" sich damit.
Nach wie vor spenden die über 70-Jährigen am meisten. Die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen verlor demnach 738.000 Spendende. Dagegen stieg die Zahl der Spendenden unter den 30- bis 39-Jährigen. Hier spendeten 215.000 Menschen mehr als 2022. Diese Altersgruppe legte zugleich bei der Höhe der gespendeten Beträge zu. Dies lasse "darauf hoffen, dass es auch in Zukunft zahlreiche Spenderinnen und Spender in Deutschland geben wird", betonte Wulff.
A.Jones--AMWN