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Chinesischer Baukonzern Kaisa meldet weiter steigende Verluste
Der chinesische Baukonzern Kaisa hat im ersten Halbjahr erneut einen Milliardenverlust gemacht. Der Konzern mit Sitz in Shenzen meldete am Donnerstag ein Geschäftsergebnis von minus neun Milliarden Yuan (1,15 Milliarden Euro). Das sind noch einmal 36,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die angehäuften Schulden des Unternehmens belaufen sich mittlerweile auf geschätzt 234,5 Milliarden Yuan.
Kaisa war 1999 in Hongkong gegründet worden und gehört zu den Schwergewichten der chinesischen Baubranche. Das Unternehmen beschäftigt fast 17.000 Menschen. 2015 war es das erste chinesische Bauunternehmen, das Insolvenz anmelden musste, konnte sich in den folgenden Jahren aber erholen. Im Zuge der massiven Krise des gesamten Sektors geriet Kaisa in den vergangenen Jahren erneut in massive finanzielle Schwierigkeiten.
Die Immobilienkrise zählt zu den dringlichsten Problemen der chinesischen Wirtschaft. Der Sektor galt lange als wichtiger Wachstumsmotor, der Bauboom der vergangenen Jahrzehnte geschah jedoch hauptsächlich auf Pump - die Unternehmen der Branche verschuldeten sich heillos. Eine Reihe riesiger Immobilienkonzerne steht heute vor der Zahlungsunfähigkeit, Projekte werden nicht fertiggestellt und die Preise sind im Keller.
Ein Hongkonger Gericht hat bereits die Zerschlagung des ehemaligen Marktführers Evergrande angeordnet. Dasselbe droht mit Country Garden einem weiteren Branchenriesen. Der Konzern galt lange als finanziell stabil, kann mittlerweile aber ebenfalls seine Schulden nicht mehr bedienen. Im Januar ist eine Gerichtsverhandlung in Hongkong angesetzt.
Kaisa hatte kürzlich bekanntgegeben, mit seinen Gläubigern eine Einigung über eine Teilrückzahlung seiner Schulden erzielt zu haben. "Die Komplexität und Ungewissheit des externen Umfelds" habe zugenommen, erklärte das Unternehmen nun lediglich. Strukturelle Veränderungen im Inland "stellen eine Herausforderung dar".
In den vergangenen Monaten hatte die chinesische Regierung weitreichende Maßnahmen zur Belebung des Immobiliensektors ergriffen. Eine durchschlagende Wirkung blieb bislang aber aus. In Chinas Großstädten sanken die Immobilienpreise im Juli erneut, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach wie vor schwach ist.
F.Schneider--AMWN