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Industrieproduktion im Dezember gesunken - Optimismus überwiegt dennoch
Die Industrieproduktion ist im Dezember nach drei positiven Monaten zwar wieder gesunken, Experten gehen dennoch weiterhin von einer sich anbahnenden wirtschaftlichen Erholung aus. Vor allem wegen Rückgängen in der Autoindustrie und im Maschinenbau sackte die Industrieproduktion im Vergleich zum November um 3,0 Prozent ab, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Über das Quartal gesehen blieb aber ein Anstieg um 1,0 Prozent zum Vorquartal.
"Mit den vorliegenden Produktionszahlen hat sich die Industriekonjunktur zum Jahresende wieder etwas eingetrübt", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. "Angesichts der spürbaren Produktionsausweitung in den Vormonaten ist der Rückgang im Dezember jedoch eher als Pause zu sehen." Der zuletzt gemeldete Anstieg der Auftragseingänge deute auf eine Erholung hin.
Neben der Autoindustrie und dem Maschinenbau sackte die Produktion auch im Bereich Wartung und Montage von Maschinen im Dezember deutlich ab. In anderen Branchen gab es hingegen Produktionsanstiege, vor allem bei der Herstellung von Metallerzeugnissen und im Sonstigen Fahrzeugbau (Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge).
Das gesamte Produzierende Gewerbe inklusive Baugewerbe und Energieproduktion gab den Statistikern zufolge um 1,9 Prozent nach. Die Bauproduktion legte um 3,0 Prozent zu, während die Energieerzeugung um 1,8 Prozent sank. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich blieb hier ein Plus von 0,9 Prozent.
Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, sieht in dem Rückgang im Dezember "keinen Grund zur Sorge": "Die Industrie ist trotz des Minus auf dem Weg zur Erholung, wie man an dem - wenn auch leichten - Plus im Quartalsvergleich sieht", erklärte er.
Es zeige sich aber auch deutlich, dass die deutsche Industrie international "massivem Gegenwind" ausgesetzt sei. Dullien verwies auf die "aggressive Industriepolitik" Chinas und die "aggressive Handelspolitik" der USA. "Im Inland stützt dagegen zunehmend die Finanzpolitik, die schon in den vergangenen Monaten die Ausgaben für Rüstungsgüter kräftig hochgefahren hat und 2026 auch die Investitionen absehbar erhöhen wird."
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hingegen sieht noch keine Trendwende. "Strukturelle Probleme wie hohe Kosten für Personal oder Energie halten die Wirtschaft fest im Griff", erklärte der DIHK-Konjunkturexperte Jupp Zenzen. "Besonders im Inland ist in der Breite der Wirtschaft kein Aufbruch erkennbar, der zu einer steigenden Nachfrage nach Industriegütern führen würde."
Analysten sehen dies jedoch anders. Sebastian Wanke, Ökonom der Förderbank KfW, verwies auf die "immer noch kräftige Quartalsdynamik" und die "hervorragenden Auftragseingänge". Die "Trendumkehr" bei der Produktion sollte daher vollzogen sein. "Das ist insgesamt ein solides Fundament, vielleicht sogar ein Sprungbrett für das Wachstum 2026."
"Wir sind weiterhin von der bevorstehenden wirtschaftlichen Erholung überzeugt", erklärte auch der ING-Analyst Carsten Brzeski. "Die deutsche Industrie steht am Beginn eines deutlichen Konjunkturaufschwungs." Allerdings müsse die Bundesregierung strukturelle Probleme tatsächlich angehen.
Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich laut Statistikamt eine um 1,1 Prozent niedrigere Produktion im Produzierenden Gewerbe als im Vorjahr. Bei der reinen Industrieproduktion lag das Minus bei 1,3 Prozent und im Bau bei 1,7 Prozent, während die Energieproduktion um 1,6 Prozent zulegte. Neben der Autoindustrie und dem Maschinenbau waren für den Gesamtjahresrückgang vor allem die energieintensiven Industriezweige verantwortlich.
M.Thompson--AMWN