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Führerschein soll auch mit Möglichkeit für private Übungsfahrten günstiger werden
Der Führerschein soll auch mit der Möglichkeit privater Übungsfahrten in Begleitung etwa der Eltern günstiger werden. Geplant sei die Erprobung der sogenannten "Laienausbildung", bei der Fahrschülerinnen und -schüler mit Nahestehenden im Auto Fahrpraxis erwerben können, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Mittwoch. Es solle zunächst eine auf fünf Jahre befristete "Experimentierklausel" eingeführt werden.
Zudem soll es weniger verpflichtende Sonderfahrten geben und der Theorieunterricht auch vollständig online abgelegt werden können. "Der Führerschein ist in Deutschland einfach zu teuer", sagte Schnieder bei der Vorstellung von mit Ländervertretern erarbeiteten Eckpunkten zur Führerscheinreform. Er verwies auf das Beispiel Luxemburg: Dort koste der Führerschein im Schnitt 1500 Euro, in Deutschland seien es durchschnittlich 3400 Euro.
In Luxemburg und Österreich gebe es bereits eine Laienausbildung, sagte Schnieder. Orientieren soll sich die Experimentierklausel den Angaben zufolge am Beispiel Österreichs: Nach erfolgreicher Theorieprüfung, sechs praktischen Fahrstunden und einer theoretischen Einweisung mit der Begleitperson sollen die Fahrschüler 1000 Kilometer Fahrpraxis in Begleitung in einem gekennzeichneten Auto sammeln, die per Fahrtenbuch festgehalten werden.
Nach der Laienausbildungen werden den Plänen zufolge weitere Fahrschullektionen fällig, darunter die Sonderfahrten. "Wir haben im Moment zwölf Sonderfahrten, europarechtlich vorgeschrieben ist überhaupt keine", sagte Schnieder. Diese speziellen Fahrstunden sollen daher für den Pkw-Führerschein auf drei reduziert werden - je eine auf der Autobahn, über Land- und Bundesstraßen und bei Dunkelheit.
Die Eckpunkte sehen auch vor, dass die Vorbereitung auf die Theorieprüfung komplett online, etwa per App, erfolgen kann. Auch "wollen wir den Fragenkatalog für die Theorieprüfung entrümpeln", sagte Schnieder. Die Zahl der Fragen solle um ein Drittel auf etwa 840 reduziert werden.
Die Fahrschulen wären weiterhin verpflichtet, nach den EU-Regeln vorgegebenes Wissen zu vermitteln, fuhr Schneider fort. Er unterstrich zur geplanten Reform: "Keiner unserer Vorschläge geht zulasten der Verkehrssicherheit – das ist und bleibt die rote Linie."
Die Vorschläge sollen nun zur Grundlage für die Beratungen der Verkehrsministerkonferenz im März werden. Danach soll Schnieder zufolge ein Gesetzesverfahren zügig auf den Weg gebracht werden.
P.Martin--AMWN