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Umfrage: Auto gewinnt an Beliebtheit - Jeder Dritte meidet Bahnfahrten
Bahnfahrten werden bei den Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern laut einer Umfrage zunehmend als unzuverlässig eingestuft. Inzwischen versuche mehr als jeder Dritte (35 Prozent), "Bahnfahrten wenn irgend möglich zu vermeiden", teilte die Versicherung Huk-Coburg am Donnerstag mit. Auch jüngere Menschen wenden sich demnach verstärkt dem Auto zu.
Wie Huk-Coburg anlässlich der diesjährigen Mobilitätsstudie des Versicherers ausführte, reagieren die Menschen inzwischen "massiv" auf Zuverlässigkeitsprobleme der Bahn. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) nutze für "wichtige Termine" grundsätzlich nicht mehr die Bahn oder plane Bahnfahrten "nur mit deutlich größerem Zeit-Puffer als noch vor etwa zwei Jahren" (28 Prozent).
Zugleich würden Straßen-, S-Bahnen und Busse seit der ersten Huk-Mobilitätsstudie im Jahr 2021 konstant von nur maximal 13 Prozent der Bundesbürger als Verkehrsmittel der Zukunft eingestuft, erklärte der Versicherer weiter. Und die Einschätzung des Fahrrads als Verkehrsmittel der Zukunft sei seit den Corona-Jahren um mehr als ein Drittel auf 16 Prozent eingebrochen.
Gewinner dieser Entwicklung sei das Auto, das einen "neuen Spitzenwert" von 76 Prozent als beliebtestes Verkehrsmittel der Zukunft erreicht habe, erklärte Huk-Coburg. Auffällig sei dabei im Vergleich zum Vorjahr, "dass das Auto bei jungen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren in der positiven Zukunfts-Einschätzung am stärksten hinzugewinnt". Und in dieser Altersgruppe sinke auch die Beurteilung der Zukunftsfähigkeit der Bahn am kräftigsten ab, hob der Versicherer hervor.
Auf der anderen Seite gibt es der Umfrage zufolge hohe Zustimmungswerte für Verbesserungsvorschläge: Rund sieben von zehn Bundesbürgern plädieren demnach für einen grundsätzlich kostenfreien ÖPNV (67 Prozent) und für eine deutlich erhöhte Taktung im Bus- und Bahnverkehr (66 Prozent). Auch das Votum für eine staatliche E-Auto-Förderung nehme deutlich zu, erklärte Huk-Coburg. Im Jahr 2024 seien noch 39 Prozent und im vergangenen Jahr 45 Prozent dafür gewesen - nun seien es mit 52 Prozent mehr als die Hälfte (52 Prozent).
Die Studie zeige, "wie gespalten die Deutschen sind", kommentierte Huk-Coburg-Vorstandsmitglied Jörg Rheinländer die Umfrageergebnisse. "Sie sehen den schlechten Zustand der Mobilität, beschränken sich aber nicht aufs Klagen, sondern unterstützen vehement Verbesserungsvorschläge. Gerade auch auf das E-Auto setzt man Hoffnungen und befürwortet immer stärker eine staatliche Förderung."
Für die repräsentative Erhebung wurden insgesamt 4114 Menschen ab 16 Jahren von YouGov befragt. Sie fand vom 21. Januar bis zum 18. Februar statt, also vor Beginn des Iran-Krieges.
L.Harper--AMWN