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Handwerkspräsident: Statt Entlastungsprämie Löhne abgabenfrei stellen
Statt der vielfach kritisierten Entlastungsprämie der Arbeitgeber an Arbeitnehmer hat der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Jörg Dittrich, vorgeschlagen, für drei Monate die Löhne abgabenfrei zu stellen. Wegen der von der schwarz-roten Koalition beschlossenen Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro habe er in den vergangenen Tagen "einen Sturm der Entrüstung erlebt, der noch längst nicht abgeebbt ist", sagte Dittrich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
"Sehr viele Handwerksbetriebe könnten das nicht stemmen", betonte der Verbandspräsident. Für die Betriebe würde dies insgesamt 5,6 Milliarden Euro an Mehrkosten zukommen.
"Der Vorschlag ist weder gerecht noch durchdacht", kritisierte Dittrich. "Und deswegen bin ich vehement dagegen, dass der Staat ankündigt, eine Saalrunde zu schmeißen, und diese dann auf den Deckel der Wirtschaft anschreiben lässt." Stattdessen solle die Bundesregierung lieber "die ersten 1000 Euro vom Lohn im Mai, Juni oder Juli steuer- und abgabenfrei stellen". "Dann hätten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter je nach Einkommen netto spürbar mehr in der Tasche", warb Dittrich.
Überdies forderte im Gespräch mit dem RND langfristige Lösungen für die Strukturschwäche im Land. Wachstum sei "der wirksamste Schutz gegen die Ängste der Menschen". Die Bundesregierung verliere sich jedoch derzeit "in kleinteiligen Maßnahmen und schafft den großen Wurf nicht", kritisierte der Handwerkspräsident. "Wir stecken in einer Dauerkrise. Wir müssen endlich die Strukturprobleme angehen, die hausgemacht sind, denn die können wir nicht anderen Ländern anlasten", sagte Dittrich.
Der Bundestag hatte am Freitag dafür gestimmt, dass Unternehmen angesichts der gegenwärtigen Energiekrise ihren Beschäftigten eine Prämie von 1000 Euro steuer- und abgabenfrei zahlen können. Dies soll bis zum 30. Juni 2027 möglich sein.
Hintergrund dieser nach dem ersten Vorschlag verlängerten Frist ist die Kritik vieler Arbeitgeber, die sich in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation kurzfristig nicht in der Lage sehen, die Prämie zu zahlen. Die Maßnahme muss noch vom Bundesrat abgesegnet werden, der am 8. Mai darüber abstimmt.
J.Oliveira--AMWN