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Stromversorgung in Kuba zusammengebrochen - Regierung: Ölvorräte aufgebraucht
Wegen massiver Energieengpässe ist in Kuba erneut großflächig die Stromversorgung zusammengebrochen. Die von Russland gelieferten Ölreserven seien nun "aufgebraucht", sagte Energieminister Vicente de la O Levy am Donnerstag im Staatsfernsehen. Nahe der Hauptstadt Havanna kam es wegen der Stromausfälle zu Protesten, die auf der kommunistischen Karibikinsel eher selten sind. Die Krise hatte sich in den vergangenen Wochen durch die US-Blockade der venezolanischen Öllieferungen verschärft.
Die Situation sei "sehr angespannt", sagte der Energieminister. Für die gravierenden Energieengpässe machte er die USA verantwortlich. "Die Auswirkungen der Blockade fügen uns in der Tat erheblichen Schaden zu", sagte er. Denn Kuba erhalte "nach wie vor keinen Treibstoff". Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hatte Washington am Mittwoch eine "völkermörderische Energieblockade" vorgeworfen.
Ein Bewohner von San Miguel del Padrón, einem Außenbezirk von Havanna, berichtete der Nachrichtenagentur AFP von einem Protest gegen die Stromausfälle. Am Mittwochabend hätten die Bewohner ihren Frust gezeigt, indem sie auf Töpfe und Pfannen geschlagen hätten. Mehrere ähnliche kleine Proteste gab es laut AFP-Reportern in verschiedenen Vierteln der Hauptstadt. In Playa, einem Bezirk im Westen Havannas, skandierten die Anwohner demnach unter anderem Slogans wie "Schaltet das Licht an".
US-Außenminister Marco Rubio erneuerte unterdessen sein Angebot über 100 Millionen Dollar (etwa 85 Millionen Euro) an Hilfsgeldern - allerdings unter der Bedingung, dass die Mittel unter Umgehung der kubanischen Regierung von der katholischen Kirche verteilt werden. "Wir sind bereit, die Details des Vorschlags und seine Umsetzung zu erfahren", erklärte Kubas Außenminister Bruno Rodríguez dazu am Donnerstag in Onlinediensten.
Kuba steckt derzeit in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In Havanna kommt es täglich zu Stromausfällen von mehr als 19 Stunden, in mehreren Provinzen dauern die Stromausfälle sogar tagelang an. Der öffentliche Nahverkehr in dem Inselstaat ist eingeschränkt, Benzin wurde rationiert. Mehrere Fluggesellschaften fliegen die Karibikinsel wegen der dortigen Treibstoffknappheit mittlerweile nicht mehr an.
Im Januar war Venezuelas Präsident Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz gefangen genommen und in die USA gebracht worden. Anschließend sorgte Washington dafür, dass Venezuela, der bis dahin wichtigste Öllieferant Kubas, seine Lieferungen einstellte. Ende Januar drohte US-Präsident Donald Trump dann Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, mit zusätzlichen US-Strafzöllen.
Ende März erreichte dennoch erstmals seit Beginn der US-Blockade gegen Kuba Ende Januar ein Öltanker mit russischem Rohöl an Bord einen kubanischen Hafen. Trump hatte zuvor erklärt, die Durchfahrt des russischen Tankers zu gestatten.
F.Dubois--AMWN