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Autozulieferer Continental verkauft Industriegeschäft an Investmentgesellschaft
Der Autozulieferer Continental will seine Sparte Contitech an eine Tochter der Investmentgesellschaft Lone Star Funds verkaufen. Der mit der Käuferin vereinbarte Wert der Sparte mit dem Industriegeschäft und Kunststoffprodukten betrage "4,0 Milliarden Euro zuzüglich möglicher erfolgsabhängiger Komponenten von bis zu 250 Millionen Euro in den Folgejahren", erklärte Continental am Samstag. Das Unternehmen werde damit "zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte ein reiner Reifenhersteller sein".
Der Verkauf muss noch von den Behörden genehmigt werden und "könnte noch zum Ende des Jahres 2026 erfolgen", teilte Continental weiter mit. Es handele sich um den "abschließenden Schritt der Neuaufstellung" des Konzerns. Lone Star Funds mit Sitz in London werde "alle Geschäftsaktivitäten von Contitech weltweit übernehmen", erklärte der Autozulieferer. Continental hatte im April mitgeteilt, nach der Automotive-Sparte mit Elektronik, Bremsen oder Bildschirmen auch die Sparte Contitech abspalten zu wollen.
Die Industriegewerkschaft IG BCE erklärte, die Arbeitnehmervertreter hätten den Kauf nicht verhindern können. Die Betriebsräte hätten aber mit dem Arbeitgeber in den vergangenen Monaten ein umfassendes Transformationspaket ausgehandelt, das "den Käufer unter anderem zu Investitionen, Arbeitsplatzsicherung und der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in Deutschland" verpflichte, erklärte der stellvertretende Continental-Aufsichtsratsvorsitzende und Vorsitzende des Konzernbetriebsrats (KBR), Hasan Allak.
Der Käufer habe zugesichert, "über seine Geschäftspläne zu sprechen, in Verhandlungen über verbindliche Vereinbarungen einzutreten sowie Perspektiven für Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen", fuhr Allak fort. Francesco Grioli vom Continental-Aufsichtsrat und des geschäftsführenden Hauptvorstands der IGBCE warnte, sollte zu den Plänen des neuen Eigentümers auch "der weitere Arbeitsplatzabbau gehören, der noch über den bereits von Continental beschlossenen massiven Rahmen hinausgeht, wird das auf unseren entschiedenen Widerstand stoßen".
Im November hatte Continental angekündigt, weltweit jährlich 150 Millionen Euro in der Sparte Contitech einsparen und dafür ab 2026 vor allem in Hannover Stellen streichen zu wollen. Die Einsparungen sollten dem Unternehmen zufolge "insbesondere in den Verwaltungsstrukturen erzielt werden". Contitech beschäftigt rund 22.000 Mitarbeitende.
A.Malone--AMWN