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Seltenes Baumkänguru in britischem Zoo schlüpft erstmals aus mütterlichem Beutel
Naturschützer in einem britischen Zoo haben den Moment festgehalten, in dem ein seltenes Baumkänguru erstmals aus dem Beutel seiner Mutter schlüpft. "Indem wir diese gefährdeten Arten in unserer Obhut haben, können wir so viel über sie lernen", sagte Dave White, Team-Manager des Zoos in Chester im Nordwesten Englands, der Nachrichtenagentur AFP. Die Informationen sollen dazu beitragen, die bedrohte Tierart "in freier Wildbahn zu erhalten".
Vermutlich handelt es sich bei dem Tier um ein männliches Känguru. Einen Namen hat noch nicht. Die Forscher erwarten nun, dass das Baby in den kommenden Tagen und Wochen vollständig aus dem Beutel seiner Mutter schlüpft und lernt, zu hüpfen und auf Bäume zu klettern.
Die Forscher im Zoo von Chester begleiten das Känguru-Baby bereits seit seiner Geburt im Juli vergangenen Jahres. Mit einem speziellen Endoskop dokumentierten sie das Wachstum des kleinen Baum-Kängurus im Beutel seiner Mutter.
Baumkängurus haben einen der "komplexesten Geburtsvorgänge im Tierreich", sagt White. Das Jungtier kommt demnach unfertig und klein wie ein Gummibärchen auf die Welt. Es folgt instinktiv einem Pfad aus Fell in Richtung Beutel, der von der Mutter abgeleckt wurde. Dort angekommen, hält sich das Tier an den Zitzen fest, um Nahrung aufzunehmen. Dann wächst es langsam heran, entwickelt Hinterbeine und Fell, bis es "etwa sechs Monate später beginnt, seine Augen zu öffnen und seinen Kopf herauszustrecken".
Da bislang nur wenig über die Entwicklung dieser Känguru-Art bekannt ist, hoffen die Wissenschaftler nun, mithilfe ihrer Aufzeichnungen die Schutzmaßnahmen zu verbessern und ähnlichen Arten in Südostasien beim Überleben zu helfen.
Das Goodfellow-Baumkänguru ist eine von 14 Arten von Baumkängurus und viel kleiner als seine bekannteren Artgenossen in Australien. Es ist in den bergigen Regenwäldern von Papua-Neuguinea zu Hause, wo es durch Jagd und die Zerstörung seines Lebensraums bedroht ist. Die Art lebt hoch oben in den Bäumen, in den vergangenen 30 Jahren ist ihr Bestand jedoch um mehr als die Hälfte zurückgegangen.
F.Pedersen--AMWN