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Avatare und Pailletten - Abba-Fans feiern Premiere von neuer Konzertshow der Kultband
In Satinhosen, Pailletten-Tops und Plateauschuhen sind Abba-Fans am Freitag zur Premiere der Show der schwedischen Kultband nach London geströmt. 40 Jahre nach ihrer Trennung sind die vier Musiker wieder zurück auf der Bühne - allerdings nur als Avatare in Form digitaler Hologramme. Für die Hightech-Konzertshow "Abba Voyage" wurde eigens eine Konzerthalle gebaut. Um dabei zu sein, überquerten manche Fans ganze Kontinente und kauften gleich Karten für mehrere Abende.
"Ich bin seit 1975 ein Fan", sagte Roxanne Dixon, die funkelnde "A"- und "B"-Ohrringe, eine goldbesetzte weiße Satintunika und goldene Stiefel trug. "Ich bin extra aus Australien angereist."
Caleb Graham reiste aus den USA an, für die Hightech-Show trugen er und sein Freund schwarze Abba-T-Shirts. "Wir sind den ganzen Weg von Amerika gekommen, und es hat sich gelohnt", freute sich der 33-Jährige.
Bei "Abba Voyage" waren zwar die echten Stimmen der Abba-Stars zu hören, für die rund 3000 Zuschauer zu sehen waren Björn Ulvaeus, Benny Andersson, Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad aber nur als sogenannte "Abbatare". Begleitet wurden sie von einer echten Live-Band auf der Bühne, die die Hits der Band aus den 70er und 80er Jahren sowie die neuen Songs aus dem vergangenen Jahr spielten.
Nach der exklusiven VIP-Premiere am Donnerstag, zu der Schwedens König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia eingeladen waren, hatten am Freitag erstmals auch normale Fans die Gelegenheit, das ungewöhnliche Konzert zu erleben. Die Altersgruppe reichte von Kindern bis zu Leuten, die alt genug waren, um sich noch an die früheren Auftritte von Abba zu erinnern.
"Ich finde es einfach unglaublich, wie Abba Menschen aus allen Gesellschaftsschichten und allen Altersgruppen zusammenbringt", sagte der 27-jährige Jordan Charlesworth, der einen mit Pailletten besetzten Einteiler trug. "Mit 56 Jahren ist es schon fast der Soundtrack deines Lebens", sagte Sarah Armstrong, die mit ihrer Schwester und ihrer Tochter gekommen war.
Die Show ist ein teures Projekt - ob sie sich auszahlt, wird sich in der kommenden Zeit zeigen. Wie die Zeitung "The Times" berichtet, braucht die Band allein 140 Millionen Pfund (165 Millionen Euro) an Einnahmen, um die Kosten zu decken.
"Ich weiß, dass dies eines der gewagtesten Projekte ist, das jemals in der Musikindustrie gemacht wurde", sagte Ulvaeus der Nachrichtenagentur AFP vor der Premiere. Die Avatare der vier Kultmusiker aus ihrer alten Hoch-Zeit sind das Ergebnis eines jahrelangen Projekts, das in Zusammenarbeit mit einer vom "Star Wars"-Schöpfer George Lucas gegründeten Firma für Spezialeffekte entwickelt wurde.
Kritiker lobten "Abba Voyage", nachdem frühere Shows, in denen tote Darsteller "wiederbelebt" wurden, als unrealistisch und gruselig verschrien wurden. Dieses Mal gab es "nichts Gruseliges", schrieb die "Times". Der Guardian bezeichnete die digitalen Effekte als "Triumph" - "der Effekt ist wirklich atemberaubend".
Die Fans sagten, sie hätten sie wie bei einer normalen Live-Show gefühlt. "Es war erstaunlich, so eindringlich, ich hatte wirklich das Gefühl, dass sie dabei waren", sagte die 63-jährige Dawn Waugh, die mit ihrer Tochter kam.
"Es war das wunderbarste Gefühl, in der alten Zeit zurück zu sein", sagte der 56-jährige Stan Papoulias. "Ich bin seit 45 Jahren ein Abba-Fan und hätte nie gedacht, dass ich sie einmal leibhaftig sehen würde - oder so ähnlich".
D.Cunningha--AMWN