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Argentinische Richterin nach Skandal um Maradona-Prozess des Amtes enthoben
Wegen ihrer heimlichen Beteiligung an einer Dokumentarserie über Fußball-Star Diego Maradona war ein erster Prozess zu dessen Tod geplatzt, nun ist die zuständige Richterin ihres Amtes enthoben worden: Am Dienstag wurde die 48-jährige Julieta Makintach durch einstimmigen Beschluss einer Sonderjury aus Anwälten, Richtern und Gesetzgebern für untauglich erklärt, ihr Richterinnenamt weiter auszuüben. Makintach war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend.
Im Mai war sie zunächst als eine von drei Richtern für den Prozess zu den Todesursachen des 2020 verstorbenen Fußballstars Maradona eingesetzt worden. Ohne Genehmigung beteiligte sie sich laut der Anklage jedoch parallel dazu an einer Dokumentarserie über den Prozess, in der sie selbst die Hauptfigur spielte. Ein Trailer der Miniserie "Göttliche Justiz" zeigte Makintach, wie sie auf High Heels durch die Gänge des Gerichtsgebäudes eilt, während eine Erzählerstimme düstere Details von Maradonas Tod schildert.
Die Beschuldigte erklärte, sie sei lediglich auf die Bitte einer Freundin um ein Interview eingegangen und habe nicht gewusst, dass dieses für eine Dokumentation verwendet werden würde. "Ich bitte die Familie (Maradona) tausendmal um Verzeihung, dass ich nicht erreicht habe, was ich am meisten wollte, nämlich Gerechtigkeit zu üben", sagte Makintach vor dem Verfahren. Diese Darstellung wurde von der Sonderjury am Dienstag jedoch nicht übernommen.
Makintach habe der Justiz und Argentinien "enormen Schaden" zugefügt und diese "lächerlich gemacht", sagte einer der Kläger, der Präsident der Anwaltskammer von San Isidro, Guillermo Sargues, der Nachrichtenagentur AFP. Im März soll das Verfahren mit einer neuen Richterriege wieder aufgenommen werden.
Maradona war am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren an Herzversagen und einem Lungenödem gestorben, nachdem er sich nach einer Hirn-OP in einer eigens dazu angemieteten Wohnung in einer vornehmen Gegend nördlich von Buenos Aires hatte pflegen lassen.
Die Staatsanwaltschaft wirft seinen Ärzten und Pflegern vor, Maradona mangelhaft betreut und damit seinen Tod in Kauf genommen zu haben. Im Falle einer Verurteilung drohen den sieben Angeklagten zwischen acht und 25 Jahren Gefängnis.
A.Mahlangu--AMWN