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Feueralarm bei Großbrand in Hongkong "funktionierte nicht richtig"
Die hohe Zahl von mehr als hundert Todesopfern bei dem verheerenden Großbrand in Hongkong hätte womöglich verhindert werden können: Das Feueralarm-System in dem betroffenen Wohnkomplex "funktionierte nicht richtig", wie Feuerwehr-Chef Andy Yeung sagte. Zugleich gaben die Behörden die Festnahme von acht Verdächtigen bekannt, die im Zusammenhang mit Renovierungsarbeiten an dem Wohnkomplex der Korruption beschuldigt werden. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 128, mehr als hundert Menschen wurden am Freitag noch vermisst.
Bei den festgenommenen sieben Männern und einer Frau handele es sich um "Berater, Gerüstbau-Subunternehmer und Mittelsmänner des Projekts", teilte die unabhängige Antikorruptionskommission (ICAC) von Hongkong mit. Unter ihnen seien zwei Direktoren und zwei Projektmanager der mit der Aufsicht der Renovierungsarbeiten beauftragten Beraterfirma.
Feuerwehr-Chef Yeung kündigte zudem an, dass das Wartungsunternehmen für die Feuermelder zur Verantwortung gezogen werde. Die Hongkonger Polizei hatte ihrerseits bereits am Donnerstag bekanntgegeben, dass sie im Rahmen ihrer Ermittlungen drei Männer wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung festgenommen habe.
Der Großbrand war am Mittwoch im Wohnkomplex Wang Fuk Court im nördlichen Stadtteil Tai Po ausgebrochen. Das Feuer wütete über 40 Stunden lang in sieben der acht Hochhausblöcke der Wohnanlage, die insgesamt fast 2000 Wohneinheiten umfasst. Am Freitagmorgen erklärte die Feuerwehr, dass die Löscharbeiten beendet seien. An dem Komplex fanden gerade Renovierungsarbeiten statt, weshalb er mit Bambusgerüsten eingerüstet war.
Laut am Freitag vorgelegten Ermittlungsergebnissen wurde das Feuer durch die Bambusgerüste und andere brennbare Materialien, die zum Schutz vor Staub und herabfallenden Gegenständen verwendet wurden, angefacht. Eine besondere Rolle spielten offenbar Schaumstoffplatten vor Fenstern sowie Schutznetze.
"Nach unseren ersten Informationen gehen wir davon aus, dass das Feuer an den Schutznetzen außerhalb der unteren Stockwerke ausbrach und sich aufgrund von Schaumstoffplatten vor den Fenstern schnell nach oben ausbreitete", sagte Sicherheitschef Chris Tang. Er gab zudem eine neue Opferzahl bekannt: 128 Tote, davon 89 noch nicht identifiziert. Damit war es der weltweit tödlichste Brand seit 1980.
Zudem wurden am Freitag den Angaben zufolge noch mehr als hundert Menschen vermisst. 79 Menschen wurden durch das Feuer verletzt.
A.Rodriguezv--AMWN