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Frankreich prangert von den USA geplante Vernichtung von Verhütungsmitteln an
Frankreich hat die von den USA geplante Vernichtung von Verhütungsmitteln, die für Frauen in afrikanischen Ländern bestimmt waren, angeprangert. Die geplante Verbrennung solle vermieden werden, "damit diese Mittel denen zugute kommen, die sie brauchen", erklärte das französische Außenministerium am Dienstag in Paris.
Das US-Außenministerium hatte zuvor bestätigt, dass "bestimmte abtreibende Verhütungsmittel" zerstört werden sollten. Damit dürften etwa Spiralen gemeint sein, die verhindern können, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Abtreibungsgegner sehen darin - wie in der Pille danach - eine Form der Frühabtreibung.
Nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" lagern die Verhütungsmittel im Wert von mehr als acht Millionen Euro, vor allem Hormonimplantate und Spiralen, derzeit in Belgien. Sie sollten demnach Ende Juli in einer Anlage in Frankreich verbrannt werden. Die Kosten der Aktion sollen bei etwa 145.000 Euro liegen.
"Wir unterstützen den Wunsch der belgischen Behörden, eine Lösung zu finden", betonte das französische Außenministerium. Das Ministerium habe keine Informationen über einen möglichen Transfer der Verhütungsmittel nach Frankreich, verfolge den Fall aber aufmerksam. "Der Zugang zu Produkten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zählt zu den Menschenrechten", hieß es weiter. Dies zähle auch zu den Prioritäten der französischen Außenpolitik.
Berichte über das Vorhaben hatten in den vergangenen Tagen bereits heftige Kritik ausgelöst. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sprach von einem "rücksichtslosen und schädlichen Akt gegen Frauen und Mädchen weltweit". Die Organisation verwies darauf, dass das früheste Verfallsdatum der Verhütungsmittel erst 2027 sei. Deren Vernichtung sei nicht nur eine "sinnlose Verschwendung", die US-Regierung setze damit auch "die Gesundheit und das Leben von Menschen aufs Spiel, um eine politische Agenda durchzusetzen".
Gerade in Konfliktgebieten mit mangelnder Gesundheitsversorgung könne eine ungewollte Schwangerschaft verheerende Folgen haben und bis hin zum Tod führen.
Die französische Grünen-Chefin Marine Tondelier forderte den französischen Präsident Emmanuel Macron auf, die Vernichtung der Verhütungsmittel zu verhindern. "Unser Land darf keine Beihilfe zu derart rückwärts gewandter Politik leisten", schrieb Tondelier. Sie verwies darauf, dass Frankreich als erstes Land die Freiheit zum Schwangerschaftsabbruch in die Verfassung aufgenommen habe.
Der Internationale Dachverband für Familienplanung (IPPF) und eine weitere Organisation versuchten nach eigenen Angaben vergeblich, die Verhütungsmittel aufzukaufen, um sie - ohne US-Logo - an Frauen in Entwicklungsländern zu liefern. Das belgische Außenministerium kündigte an, die Vernichtung auf diplomatischem Weg verhindern zu wollen.
US-Präsident Donald Trump hatte kurz nach seinem Amtsantritt die Schließung der Entwicklungsbehörde USAID angeordnet und deren Programme im Bereich Familienplanung eingestellt. Die massiven Kürzungen sorgten bei Hilfsorganisationen weltweit für Entsetzen. Am 1. Juli stellte USAID ihre Arbeit offiziell ein.
J.Oliveira--AMWN