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Zweites ESC-Halbfinale: Finnland spektakulär und ordentlicher Auftritt von Abor & Tynna
Beim Eurovision Song Contest (ESC) in Basel ist das Finale komplett: Im zweiten Halbfinale am Donnerstagabend konnte sich der zu den Mitfavoriten zählende JJ aus Österreich durchsetzen, genau wie die für eine spektakuläre Show sorgende finnische Starterin Erika Vikman mit ihrem deutschen Titel "Ich komme". Das zweite Halbfinale sorgte im deutschen Fernsehen für hohe Einschaltquoten insbesondere beim jungen Publikum.
Insgesamt treten Samstagabend 26 Länder beim weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerb gegeneinander an. 20 davon mussten sich in zwei Halbfinals qualifizieren - Deutschland zählt zu den fünf großen Geldgeberländern, die automatisch starten dürfen.
Das für Deutschland startende Duo Abor & Tynna durfte Donnerstag außer Konkurrenz im zweiten Halbfinale antreten. Das mit dem Lied "Baller" antretende Geschwisterduo zeigte einen ordentlichen Auftritt mit einer neu konzipierten Bühnenshow mit zwei überdimensionierten Lautsprechern im Hintergrund, Tänzern und vielen Lichteffekten.
Im Spartensender One schalteten im Schnitt 860.000 Fernsehzuschauer ein, womit der zur ARD zählende Kleinstsender eine ungewöhnlich hohe Einschaltquote von 4,7 Prozent erreichte. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen lag die Einschaltquote sogar bei 10,8 Prozent, was nach Angaben des Branchendienstes DWDL einen neuen Rekord für One bedeutet.
Das Interesse der deutschen Fans leidet erkennbar auch nicht darunter, dass Abor & Tynna in den Wettbüros keine Siegchancen zugerechnet werden. Immerhin kletterten sie dort am Freitag auf Platz 14 und ihre bisher beste Platzierung. Als klarer Favorit gilt das seit dem ersten Halbfinale qualifizierte Trio KAJ aus Schweden, das mit seinem "Bara bada bastu" ein eingängiges Loblied aufs Saunieren singt.
Am Donnerstagabend weiter kamen neben dem von den Buchmachern am zweitstärksten eingestuften Österreich sowie Finnland auch Litauen, Armenien, Dänemark, Luxemburg, Lettland, Malta, Griechenland und auch Israel. Nachdem der ESC im vergangenen Jahr in Malmö von heftigen Protesten gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen begleitet war, gab es bisher in Basel nur wenig Protest gegen Israel.
Ausgeschieden sind im zweiten Halbfinale Australien, Montenegro, Irland, Georgien, Tschechien und Serbien.
Zum engeren Favoritenkreis wird nun auch Finnland gezählt. Die finnische Sängerin Erika Vikman inszenierte ihren zweideutigen deutschen Titel "Ich komme" mit einer spektakulären Bühnenshow, was ihr in der St. Jakobshalle viel Jubel brachte. Dass sie einen deutschen Titel wählte erklärte Vikman in einem Interview während der Show auf Deutsch auch mit ihren Sprachkenntnissen - "ich habe Deutsch neun Jahre in der Schule gelernt".
Der ESC verzeichnet in diesem Jahr in Basel einen Rekord in der Sprachenvielfalt. Nach Angaben der europäischen Rundfunkunion EBU singen die bis zu den Halbfinals 37 teilnehmenden Länder in 20 verschiedenen Sprachen. Dies sei die höchste Zahl, seit im Jahr 1999 die Vorschrift gelockert wurde, dass Lieder in der Landessprache vorgetragen werden sollen - in der Folge wurde Englisch die bevorzugte Sprache.
Der ESC ist der weltweit am meisten beachtete Musikwettbewerb, im vergangenen Jahr sahen mehr als 160 Millionen Menschen das Finale. 2024 gewann der Schweizer Starter Nemo, weshalb die Schweiz nun Gastgeber ist.
O.M.Souza--AMWN