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Europas digitale Finanzinfrastruktur soll unabhängiger und robuster werden
Wie sich Europas digitale Finanzinfrastruktur stärken lässt Tokenisierung braucht Zentralbankgeld Europas Bemühungen, seine Kapitalmärkte zu vertiefen und mehr Investitionen zu mobilisieren, konzentrieren sich zu Recht darauf, Hindernisse abzubauen und Kapital anzuziehen.
Wie sich Europas digitale Finanzinfrastruktur stärken lässt Tokenisierung braucht Zentralbankgeld Europas Bemühungen, seine Kapitalmärkte zu vertiefen und mehr Investitionen zu mobilisieren, konzentrieren sich zu Recht darauf, Hindernisse abzubauen und Kapital anzuziehen.
Sie hängen aber auch von einer effizienten und verlässlichen Marktinfrastruktur ab. Während neue Technologien die Wertpapiermärkte verändern, ist das Vertrauen in die Institutionen und die Infrastruktur, auf denen jede Transaktion beruht, entscheidend.
Vor diesem Hintergetwa unterstützt der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) die neue Lösung des Eurosystems, mit der sich Finanztransaktionen zwischen professionellen Marktteilnehmern, die auf Distributed-Ledger-Technologie (DLT) erfasst werden, unmittelbar in tokenisiertem Zentralbankgeld abwickeln lassen. September 2026 gestartete Pontes-Initiative schlägt eine praktische Brücke zwischen technologischer Innovation und den bewährten Grundlagen des europäischen Finanzwesens, indem sie neue digitale Plattformen mit der etablierten Zahlungsverkehrsinfrastruktur des Eurosystems verbindet.
Vergangene Woche hat der ESM den nächsten Schritt getan: Als erster europäischer supranationaler Emittent hat er eine digital native Anleihe begeben und die Transaktion über die Pontes-Plattform des Eurosystems abgewickelt. Die Benchmark-Anleihe über 1 Mrd.
Euro verbindet die digitale Emission mit der Rechtssicherheit, dem breiten Investorenzugang und den etablierten Marktpraktiken, auf die sich die europäischen Kapitalmärkte stützen. Für den ESM ist die Abwicklung in Zentralbankgeld wichtig, weil sie Investoren Vertrauen gibt – nicht nur in das Wertpapier, das sie kaufen, sondern auch in die Art, wie die Transaktion abgewickelt wird.
Als großer europäischer Emittent mit dem Mandat, die Finanzstabilität im Euroraum zu sichern, hat der ESM ein Interesse daran, wie sich die Marktinfrastruktur entwickelt. Mit der Nutzung von Pontes sammelt er Erfahrungen aus erster Hand mit digitalen Emissionen und trägt zu deren Weiterentwicklung bei.
Die Bedeutung reicht über diese Emission hinaus. Europa fehlte bisher ein verlässliches, auf Euro lautendes Abwicklungsmedium für Transaktionen auf Basis der DLT.
Ohne europäische Lösungen könnten anderswo entwickelte Alternativen diese Lücke füllen und neue Abhängigkeiten schaffen. Indem Pontes dafür sorgt, dass auf Euro denominiertes Geld und entsprechende Vermögenswerte in den entstehenden digitalen Märkten ohne Weiteres nutzbar bleiben, kann es auch die internationale Rolle des Euro stärken.
Ob der Euro diesen Märkten zur Verfügung steht, ist daher sowohl für seine globale Stellung als auch für Europas strategische Autonomie von Bedeutung. Die Appia-Initiative der EZB blickt weiter voraus und lotet ein integriertes und interoperables europäisches digitales Finanzökosystem aus.
Der ESM wirkt an dieser Arbeit mit. Wir müssen die Digitalisierung nutzen, um die Fragmentierung zu überwinden, die das traditionelle Finanzwesen prägt, und dürfen keine neuen nationalen Silos entstehen lassen.
Gemeinsam bieten Pontes und Appia Europa die Chance, die Infrastruktur des digitalen Finanzwesens mitzugestalten, statt sich lediglich an anderswo entwickelte Lösungen anzupassen. Mit der Begebung digitaler Anleihen, die über Pontes abgewickelt werden, zeigt der ESM, wie neue Technologie genutzt werden kann, ohne die Schutzmechanismen aufzugeben, auf denen das Vertrauen der Investoren beruht.
Europas digitale Kapitalmärkte sollten auf diesen starken Fundamenten aufbauen. Managing Director des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM)
L.Durand--AMWN