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US-Organisation ADL prangert "Explosion von Hass" in Netzwerken an
Der Verzicht auf die Moderation von Inhalten in Onlinediensten hat nach den Beobachtungen der Anti-Diffamierungs-Liga (ADL) zu einer "Explosion von Hass" geführt. "Seit die Onlinedienste die Moderation der Inhalte aufgegeben haben, sagte der Leiter der US-Nichtregierungsorganisation, Jonathan Greenblatt, in einem Interview der Nachrichtenagentur AFP.
In den USA haben große Online-Unternehmen seit dem Wahlsieg von Donald Trump bei der Präsidentenwahl 2024 die Moderation und Überprüfung von Inhalten auf ihren Plattformen zurückgefahren. So beendete Meta-Chef Mark Zuckerberg etwa ein umfassendes Faktencheck-Programm in den USA, an dem auch AFP beteiligt war.
Zuckerberg schränkte auch die Moderation von Inhalten auf Facebook und Instagram unter Verweis auf die Meinungsfreiheit ein. Stattdessen können Nutzer fragwürdige Inhalte nun mit Kommentaren versehen.
Greenblatt wirft den Tech-Unternehmen vor, sich aus ihrer Verantwortung zu stehlen. "Social-Media-Unternehmen und Big Tech sollten eine bedeutende Rolle im Kampf gegen Hassrede einnehmen", sagte er. Tatsächlich hätten die großen Unternehmen, die zu den profitabelsten und innovativsten der Welt zählen, entschieden, "die Moderation an ihre Nutzer auszulagern", kritisierte er.
"Von Amazon zu X und von Alphabet bis Meta müssen die Unternehmen in dieser Hinsicht weitaus aktiver sein", forderte Greenblatt, der kürzlich an einem Jahrestreffen des Dachverbands jüdischer Organisationen in Frankreich (Crif) in Paris teilgenommen hatte. Die ADL ist auf die Bekämpfung von Antisemitismus, Rassismus und anderen Formen der Diffamierung spezialisiert.
Th.Berger--AMWN