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Russland droht nach Angriff auf Belgorod mit 14 Toten mit "Bestrafung"
Russland hat der Ukraine am Samstag Angriffe auf die Stadt Belgorod mit mindestens 14 Toten und Dutzenden Verletzten vorgeworfen und eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats verlangt. Der Angriff werde nicht "ungestraft" bleiben, warnte das Verteidigungsministerium in Moskau. Am Vortag waren in der Ukraine bei einer der schwersten russischen Angriffswellen seit Kriegsbeginn mindestens 39 Menschen getötet worden.
In Belgorod seien "zwölf Erwachsene und zwei Kinder getötet" worden, erklärte das russische Katastrophenschutzministerium. Unter den 108 Verletzten seien 15 Kinder. Videoaufnahmen, deren Echtheit zunächst nicht überprüft werden konnten, zeigten mit Trümmern übersäte Straßen und aus ausgebrannten Autos aufsteigende Rauchwolken im Zentrum von Belgorod. Auf Aufnahmen einer Dashcam, die in Online-Netzwerken veröffentlicht wurden, war eine schwere Explosion zu hören.
AFP war es zunächst nicht möglich, die Umstände des Angriffs zu überprüfen - einen der tödlichsten auf russischem Boden seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022.
Russischen Angaben zufolge wurden Wilcha-Lenkraketen und Raketen tschechischer Bauart bei dem Angriff eingesetzt. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge konnten "die meisten" gegen die Stadt gerichteten Raketen abgefangen werden. Mehrere Raketen sowie Trümmerteile hätten Belgorod jedoch getroffen.
Von ukrainischer Seite lag zunächst keine Stellungnahme zu den Vorwürfen vor.
Russland beantragte eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats, um über den tödlichen Angriff auf Belgorod zu beraten. Sie sollte um 16.00 Uhr New Yorker Zeit (22.00 Uhr MEZ) beginnen, wie die russische UN-Vertretung mitteilte. Drei andere Sicherheitsmitglieder bestätigten das Treffen.
Der russische Präsident Wladimir Putin sei "über den Angriff der ukrainischen Streitkräfte auf Wohnviertel in Belgorod informiert worden", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Tass.
Das russische Außenministerium, das wiederholt westliche Waffenlieferungen an die Ukraine kritisiert hat, warf den USA und Großbritannien vor, "das Regime in Kiew zu terroristischen Taten anzustiften".
Die russische Stadt Belgorod liegt rund 30 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Auch in der Grenzregion Brjansk wurde ein Kind durch ukrainischen Beschuss getötet, wie der örtliche Gouverneur Alexander Bogomas in Onlinediensten mitteilte.
Sowohl Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sollten am Sonntag Neujahrsansprachen halten - zum Ende des Jahres, in dem die ukrainische Gegenoffensive scheiterte und der Frontverlauf sich kaum geändert hat.
Selenskyj schrieb am Samstag in Onlinediensten mit Blick auf die Angriffswelle vom Freitag von einem "Terroranschlag" auf sein Land, bei dem bisher 39 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden seien. Im ganzen Land seien "fast 120 Städte und Dörfer betroffen", erklärte Selenskyj. "Die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des gestrigen russischen Angriffs sind noch im Gange."
Allein in der Hauptstadt Kiew starben nach Angaben der Stadtverwaltung 16 Menschen bei den Angriffen. Am Samstag wurden immer noch Leichen aus den Trümmern geborgen. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte den 1. Januar zu einem Trauertag.
Bei einer der heftigsten russischen Angriffswellen auf die Ukraine seit Kriegsbeginn wurden am Freitag ukrainischen Angaben zufolge unter anderem Schulen, eine Geburtsklinik, Einkaufszentren und Wohnhäuser getroffen. Die russische Armee erklärte in ihrem täglichen Lagebericht, dass sie im Zeitraum vom 23. bis 29. Dezember "50 Gruppenangriffe und einen massiven Angriff" ausgeführt habe. Dabei seien "alle Ziele" getroffen worden.
Dem ukrainischen Generalstab zufolge setzte Russland 158 Drohnen und Raketen ein. 144 davon seien zerstört worden. Es handele sich um eine "Rekordzahl" von Raketen, sagte Luftwaffen-Sprecher Juri Ignat. Abgesehen von den ersten Kriegstagen im Februar 2022 seien es die bislang "massivsten Angriffe" auf die Ukraine gewesen.
Am Samstag wurden bei russischen Angriffen auf die Ukraine Behördenangaben zufolge drei Menschen in den Regionen Cherson, Saporischschja und Tschernihiw getötet. In Charkiw im Nordosten wurden bei einem Angriff 16 Menschen verletzt, wie Bürgermeister Ihor Terechow mitteilte. Unter den Verletzten war nach Angaben von Staatsanwalt Oleksandr Filtschakow auch ein ausländischer Journalist. Laut dem Innenministerium handelt es sich um einen Briten.
US-Präsident Joe Biden appellierte unterdessen an den Kongress, im neuen Jahr weitere Ukraine-Hilfen zügig zu bewilligen. "Wenn der Kongress im neuen Jahr nicht dringend handelt, werden wir nicht in der Lage sein, weiterhin die Waffen und die lebenswichtigen Luftabwehrsysteme zu liefern, die die Ukraine zum Schutz ihrer Bevölkerung benötigt", sagte Biden. Der Kongress müsse "handeln und zwar ohne weitere Verzögerung".
A.Mahlangu--AMWN