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US-Regierungsvertreter: Israel hat US-Bedenken bezüglich Vorgehen in Rafah berücksichtigt
Israel hat einem US-Regierungsvertreter zufolge der Bedenken der Vereinigten Staaten mit Blick auf das militärische Vorgehen in Rafah im Süden des Gazastreifens mittlerweile Rechnung getragen. Die Israelis hätten ihre Pläne aktualisiert, sagte der hochrangige Regierungsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Dienstag (Ortszeit). Es sei eine Diskussion, die fortgesetzt werde und die "konstruktiv" verlaufe. Derweil setzte das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA nach eigenen Angaben die Verteilung von Lebensmitteln in Rafah aus.
Der US-Regierungsvertreter bezog sich auf Gespräche, die der Nationale Sicherheitsberater im Weißen Haus, Jake Sullivan, am vergangenen Wochenende mit hochrangigen Vertretern Israels geführt hatte, unter anderem mit Regierungschef Benjamin Netanjahu. Entscheidend sei, was tatsächlich passiere, sagte der Regierungsvertreter. "Wir geben kein grünes Licht für israelische Operationen, das ist nicht unsere Aufgabe."
US-Präsident Joe Biden hat sich öffentlich gegen eine größere Bodenoffensive in Rafah ausgesprochen. Seit Anfang Mai führt die israelische Armee trotz internationaler Warnungen eigenen Angaben zufolge "gezielte" Einsätze am Boden und Luftangriffe in Rafah aus, wo sie die letzten verbleibenden Bataillone der radikalislamischen Hamas verortet. Angesichts der Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der Hamas waren mehr als eine Million Zivilisten nach Rafah geflohen.
Das UNRWA erklärte derweil, die Verteilung von Lebensmitteln in Rafah sei derzeit "aufgrund von Versorgungsengpässen und Unsicherheit ausgesetzt". Die Verteilungszentren des UNRWA sowie des Welternährungsprogramms (WPF) in Rafah seien aufgrund der anhaltenden israelischen Offensive unzugänglich, teilten die Vereinten Nationen mit.
Unterdessen transportierten nach Angaben Zyperns vier Schiffe aus den USA und Frankreich vom zyprischen Hafen Larnaca aus Hilfsgüter in den Gazastreifen. Die Hilfsgüter sollen den Gazastreifen über eine vom US-Militär konstruierte provisorische Anlegestelle an der Küste des Palästinensergebiets erreichen. Pentagon-Sprecher Pat Ryder sagte jedoch, er glaube nicht, dass die Hilfsgüter bereits an Bedürftige verteilt worden seien.
Auslöser des Kriegs im Gazastreifen war der Großangriff der von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuften islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober. Die radikalislamischen Kämpfer töteten nach israelischen Angaben mehr als 1170 Menschen. 252 weitere Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Als Reaktion geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, mehr als 35.500 Menschen getötet.
L.Davis--AMWN