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Angehörige von Opfern demonstrieren an Jahrestag von Hafen-Katastrophe in Beirut
Zum vierten Jahrestag der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut haben mehrere hundert Menschen Aufklärung und eine Verurteilung der Verantwortlichen gefordert. Unter den Demonstranten in der libanesischen Hauptstadt waren am Sonntag auch viele Angehörige der mehr als 220 Todesopfer der Katastrophe. Sie hielten Plakate mit Fotos der Getöteten nach oben und forderten Konsequenzen für die bislang nicht belangten Verantwortlichen.
Bei der Explosion von hunderten Tonnen fahrlässig im Hafen gelagerten Ammoniumnitrats waren am 4. August 2020 ganze Stadtteile Beiruts dem Erdboden gleichgemacht worden. Mehr als 220 Menschen starben, mindestens 6500 weitere wurden verletzt und rund 300.000 wurden obdachlos. Die Justiz geht seitdem nur äußerst zögerlich gegen mutmaßliche Verdächtige vor.
Angesichts der schleppenden Aufarbeitung der Katastrophe fordern Organisationen wie Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International seit langem eine unabhängige Untersuchungskommission. Eine solche UN-gestützte Untersuchung wurde bisher von den libanesischen Behörden stets abgelehnt.
P.Costa--AMWN