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Auslandssender Deutsche Welle wird erstmals von Intendantin geführt
Der öffentlich-rechtliche Auslandssender Deutsche Welle (DW) wird künftig erstmals von einer Intendantin geführt. Der DW-Rundfunkrat wählte nach Senderangaben am Freitag die bisherige DW-Verwaltungschefin Barbara Massing zur Nachfolgerin des langjährigen Intendanten Peter Limbourg. Die Übergabe der Leitungsaufgaben erfolgt am 1. Oktober.
Limbourg war zwölf Jahre lang Intendant und kandidierte laut DW aus eigenem Entschluss nicht erneut für eine weitere Amtszeit. Massing wurde von einer Findungskommission nach einem Ausschreibungs- und Bewerbungsverfahren als einzige Kandidatin vorgeschlagen. "Faktenbasierte, vertrauenswürdige Informationen sind unser höchstes Gut", erklärte Massing. Dies gelte "in Zeiten von KI-manipulierten Inhalten und Desinformation mehr denn je".
Die DW mit Standorten in Bonn und Berlin verbreitet weltweit Informationen in mehr als 30 Sprachen. Dadurch soll sie vor allem Menschen in Ländern mit eingeschränkter Medienfreiheit einen Zugang zu unabhängigen journalistischen Angeboten bieten. Zum Zielpublikum gehören aber auch Auslandsdeutsche, zudem soll auch die Verbreitung deutscher Sprache und Kultur gefördert werden.
Die 1953 als gemeinsamer Kurzwellensender der ARD gegründete DW ist seit 1960 ein eigenständiger Sender. Sie ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und Mitglied des ARD-Senderverbunds. Anders als die Landesrundfunkanstalten wird sie aber nicht über Rundfunkgebühren finanziert, sondern aus dem Etat der Bundesregierung. Etwa 4000 Mitarbeitende sind für den Sender tätig.
Medienstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) würdigte Massing nach der Wahl am Freitag als "erfahrene Medienstrategin und Medienmanagerin". Mit ihr sei die DW zukünftig bestens aufgestellt, erklärte er in Berlin.
Die Gewerkschaft Verdi forderte anlässlich der Wahl Massings eine bessere finanzielle Ausstattung und Arbeitsplatzsicherheit für die Beschäftigten. Unter anderem dürfe die "Verlagerung an Standorte und Büros außerhalb Deutschlands nicht zur Tarifflucht" führen, erklärte Verdi in Berlin.
G.Stevens--AMWN