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Kolumbianische Regierung führt Gespräche mit Drogenkartell Clan del Golfo
Die kolumbianische Regierung hat Gespräche mit dem mächtigen Drogenkartell Clan del Golfo aufgenommen. Die Gespräche seien außerhalb Kolumbiens gestartet worden, sagte Präsident Gustavo Petro am Freitag bei einem Besuch in der kolumbianischen Stadt Córdoba. Er nannte keine Details zum Ort und Inhalt der Gespräche.
Der aus früheren paramilitärischen Verbänden hervorgegangene Clan del Golfo betrachtet sich selbst als politische Gruppe und will als solche von der Regierung anerkannt werden. Die US-Regierung hatte den Clan del Golfo allerdings im Februar auf eine Liste "terroristischer" Organisationen gesetzt.
Der Clan del Golfo hat mehr als 7500 Mitglieder und ist das mächtigste Drogenkartell Kolumbiens sowie der größte Kokain-Produzent der Welt. Mit der Anerkennung als politische Organisation will das Kartell unter anderem erreichen, dass seine Mitglieder ähnliche juristische Begünstigungen erhalten wie entwaffnete Guerilleros und Paramilitärs.
Im Juli hatte Petros Regierung einen umstrittenen Antrag ins Parlament eingebracht, wonach Mitglieder krimineller Banden im Gegenzug für ihre freiwillige Selbstentwaffnung unter anderem von Straferlässen profitieren und nicht in die USA ausgeliefert werden sollen.
Seit der Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2022 hat sich der linksgerichtete Präsident Petro - selber ein früherer Guerillero - vergeblich um Vereinbarungen mit mehreren bewaffneten Gruppen bemüht, die weiterhin in dem südamerikanischen Land aktiv sind.
Kolumbien leidet seit sechs Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten. Die Konflikte endeten auch nicht, nachdem 2016 die mit Abstand größte Guerilla-Organisation Farc ein Friedensabkommen mit der damaligen Regierung unterzeichnet und sich anschließend aufgelöst hatte.
P.Martin--AMWN