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Verbraucher müssen deutlich mehr für Flüge und Pauschalreisen zahlen
Das Reisen per Flugzeug ist in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich teurer geworden. Die Tickets für internationale Flüge verteuerten sich im Vorjahresvergleich um 8,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Auch Pauschalreisen kosteten im ersten Halbjahr 2026 mehr. Der Iran-Krieg ab Ende Februar und die weitgehende Blockade der Straße von Hormus hatten einen sprunghaften Anstieg des Kerosinpreises ausgelöst.
Bei den Preisen für Auslandsflüge in der Economy-Class gab es mit einem Plus von 12,5 Prozent den höchsten Anstieg bei Flügen nach Mittelamerika, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Flüge ins europäische Ausland kosteten rund 11,5 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres.
Für Tickets nach Australien und Asien zahlten Reisende laut Statistik 4,9 Prozent mehr, Langstreckenflüge nach Nordamerika verteuerten sich um 3,7 Prozent. Die Preise für Flugtickets nach Südamerika stiegen lediglich um 0,3 Prozent. Auch innerhalb Deutschlands wurde das Fliegen teuer: Für Inlandsflüge zahlten Fluggäste 9,5 Prozent mehr. Flugtickets nach Afrika hingegen wurden um 12,0 Prozent günstiger.
Auch für Pauschalreisen ins Ausland mussten Reisende mehr zahlen - im Schnitt 3,0 Prozent. Am meisten verteuerten sich Reisen nach Ägypten mit einem Preisanstieg von 5,2 Prozent, darauf folgten Pauschalurlaube auf die Kanaren (plus 4,6 Prozent) und Reisen auf die Balearen mit einem Zuwachs von 3,6 Prozent.
Pauschalreisen in die Türkei kosteten 1,3 Prozent mehr. Für Griechenland-Urlaube zahlten Pauschalreisende fast dieselben Preise wie im vergangenen Jahr. Pauschalreisen innerhalb Deutschlands verteuerten sich im Schnitt ähnlich wie Auslandsreisen (plus 2,8 Prozent).
Die weitgehende Blockade der Straße von Hormus nach Beginn des Iran-Kriegs hatte das Kerosinangebot verknappt und die Sorge vor einem Engpass genährt. Zahlreiche Fluggesellschaften weltweit erhöhten ihre Tarife und setzten Flüge aus Sicherheits- oder Rentabilitätsgründen aus. Vor dem Krieg passierten etwa 20 Prozent des in Europa verbrauchten Kerosins die Meerenge.
Nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat war vorübergehend relative Ruhe in der Region eingekehrt. In der vergangenen Woche aber war der Konflikt erneut militärisch eskaliert. Der Iran erklärte die Straße von Hormus für geschlossen - die US-Armee allerdings wies dies zurück und bestätigte am Sonntag, dass weiterhin Schiffe in der Meerenge unterwegs seien.
Durch die Straße von Hormus wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls und Flüssigerdgas (LNG) transportiert. Die jüngsten Entwicklungen trieben die Ölpreise erneut in die Höhe. Am Montagmorgen gegen 11.25 Uhr stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 1,84 Prozent auf 77,41 Dollar. Die US-Referenzsorte WTI verteuerte sich um 1,86 Prozent auf 72,74 Dollar.
F.Bennett--AMWN