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Nach vier Monaten Haft im Iran: Deutsch-Franzose in Paris gelandet
Nach vier Monaten Haft im Iran ist der 19-jährige Deutsch-Franzose Lennart Monterlos frei und in Frankreich angekommen. Er landete am Morgen am Flughafen Charles de Gaulle, wo er von seinen Eltern in Empfang genommen wurde, wie ein AFP-Fotograf beobachtete. Wie in solchen Fällen üblich, wird der Freigelassene zunächst vom medizinischen Dienst des französischen Außenministeriums betreut.
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hatte die Freilassung des jungen Mannes am Vortag bekannt gegeben. Er forderte zugleich die "sofortige Freilassung" der beiden weiterhin im Iran inhaftierten Franzosen Cécile Kohler und Jacques Paris.
"Wir sind sehr erleichtert, dass unser Sohn zurückkehrt", hatten die Eltern von Lennart Monterlos über ihre Anwältin Chirinne Ardakani erklärt. Sie seien in Gedanken zugleich bei "allen anderen zu Unrecht im Iran inhaftierten Europäern".
Der im Osten Frankreichs aufgewachsene Lennart Monterlos, Sohn eines französischen Vaters und einer deutschen Mutter, war im Sommer 2024 nach seinem Schulabschluss Abibac zu einer Weltreise per Fahrrad aufgebrochen. Sein Ziel war Japan, wo ein Cousin von ihm lebt. Dies wollte er in 400 Tage erreichen und dabei 35 Länder durchqueren.
Am 16. Juni, dem dritten Tag der israelischen Bombenangriffe auf den Iran, war er in Badar-Abbas, im Süden des Landes, festgenommen worden, kurz bevor er den Iran in Richtung Afghanistan verlassen wollte. Der iranische Außenminister erklärte später in einem Interview mit der Zeitung "Le Monde", dass der junge Mann "wegen einer Straftat festgenommen" worden sei, nannte aber keine Details.
In den ersten Wochen hatte die Familie des jungen Mannes keine offizielle Information über seinen Aufenthaltsort oder die Gründe für seine Festnahme erhalten. Später wurde bekannt, dass er wegen Spionage angeklagt worden sei. Frankreich kritisierte die "willkürliche Festnahme". Die französische Regierung wirft dem Iran vor, gezielt westliche Ausländer als politische "Geiseln" zu nehmen.
Lennart Monterlos hatte für seine Weltreise zuvor über eine Internet-Plattform Spenden gesammelt. Er wolle an seine Grenzen stoßen, der digitalen Welt und den Bildschirmen entfliehen, sich den körperlichen und mentalen Herausforderungen stellen, schrieb er dazu. In einem Online-Reisetagebuch veröffentlichte er später zahlreiche Fotos und Videos.
Vom Iran aus hatte er mehrere Videos veröffentlicht. In seinem letzten Beitrag berichtet er, wie er in der iranischen Wüste übernachtet habe und ein Bauer ihm Essen und Trinken angeboten habe, als seine Wasservorräte erschöpft gewesen seien.
Die 41 Jahre alte Cécile Kohler und der 72 Jahre alte Jacques Paris befinden sich mittlerweile seit dreieinhalb Jahren im Iran in Haft. Beiden wird Spionage für Israel vorgeworfen. Ihnen droht die Todesstrafe.
B.Finley--AMWN