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Präsidentschaftswahl in Irland: Sieg von linker Kandidatin Connolly zeichnet sich ab
Bei der Präsidentschaftswahl in Irland zeichnet sich ein deutlicher Sieg der favorisierten linksgerichteten Kandidatin Catherine Connolly ab. Am Tag nach Schließung der Wahllokale deuteten erste Auszählungsergebnisse auf einen Erdrutschsieg der als unabhängige Kandidatin angetretenen Connolly hin, mit großem Vorsprung vor ihrer zentristischen Rivalin Heather Humphreys von der Partei Fine Gael. Überschattet wurde die Wahl offenbar wie erwartet von einer enorm niedrigen Wahlbeteiligung und zahlreichen ungültigen Stimmen.
Connolly äußerte sich am Samstagmorgen "absolut begeistert" über die ersten Zahlen und dankte all jenen, die ihre Kandidatur unterstützt hatten.
Die 68-Jährige spricht fließend Gälisch und setzt sich für eine Vereinigung Irlands und Nordirlands ein. Außenpolitisch tritt sie entschlossen pro-palästinensisch sowie kritisch gegenüber der EU und den USA auf. Auch spricht sie sich gegen höhere Verteidigungsausgaben und für eine strikt neutrale Haltung Irlands aus. Das Staatsoberhaupt hat in Irland allerdings hauptsächlich repräsentative und zeremonielle Aufgaben.
Insgesamt standen so wenige Kandidaten zur Auswahl wie zuletzt 1990 bei einer Präsidentschaftswahl. Irische Konservative beklagten das Fehlen rechtsgerichteter Kandidaten, Umfragen zufolge fühlten sich 49 Prozent der Wähler weder von Connolly noch von Humphreys repräsentiert.
Mehrere konservative Persönlichkeiten hatten die Wähler aus Protest dazu aufgerufen, ungültige Stimmzettel abzugeben. Diesem Aufruf folgten offenbar viele Menschen, Medien berichteten über 13 Prozent ungültiger Stimmen. Zahlreiche davon seien mit Botschaften gegen Einwanderung oder Slogans wie "keine Demokratie" beschriftet worden. Die Wahlbeteiligung lag demnach in zahlreichen Wahllokalen unter 40 Prozent.
Einige Prominente hatten eine Kandidatur erwogen, darunter der mehrerer Sexualstraftaten beschuldigte Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor sowie der Musiker Bob Geldof und der Star aus dem "Riverdance"-Musical, Michael Flatley. Keiner von ihnen trat jedoch letztlich an.
Der derzeitige irische Präsident Michael Higgins war erstmals 2011 gewählt worden, der 84-Jährige durfte nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren.
O.Karlsson--AMWN