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EDF: Frankreichs neue Atomreaktoren werden 40 Prozent teurer als geplant
Die sechs geplanten neuen Atomreaktoren in Frankreich werden voraussichtlich 40 Prozent teurer als ursprünglich vorgesehen. Die Kosten für die sechs Reaktoren würden nun auf 72,8 Milliarden geschätzt, teilte der staatliche Stromkonzern EDF am Donnerstag mit. Dies bedeutet einen Anstieg um acht Prozent seit der jüngsten Schätzung von Ende 2023. Anfangs waren die Kosten auf 51,7 Milliarden Euro veranschlagt worden.
"Wir haben das Ziel, dass das Programm unter Kontrolle bleibt und kontinuierlich überwacht wird", sagte Xavier Gruz, einer der Verantwortlichen bei EDF für die Planung der künftigen Reaktoren. EDF war in der Vergangenheit häufig wegen ausufernder Zeitpläne und Kosten in die Kritik geraten, insbesondere beim Bau des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville.
Dieser hätte ursprünglich 2012 ans Netz gehen sollen, wurde aber erst im Dezember 2024 angeschlossen. Erst vor einigen Tagen erreichte er seine volle Kapazität. Die Kosten waren von ursprünglich 3,3 Milliarden Euro auf etwa 23,7 Milliarden Euro angestiegen.
Der Kostenvoranschlag für die sechs geplanten Reaktoren soll Anfang 2026 vom Staat geprüft werden. Bis Ende März sollen sich EDF und der Staat auf einen gemeinsamen Kostenplan einigen. Wenn Brüssel grünes Licht gibt, soll die endgültige Investitionsentscheidung Ende 2026 fallen.
Die Reaktoren vom Typ EPR2 sollen paarweise in bestehende Kraftwerke integriert werden. Der erste Reaktor soll in Penly am Ärmelkanal 2038 in Betrieb genommen werden. Ursprünglich hatte EDF eine Inbetriebnahme zwischen 2035 und 2037 ins Auge gefasst. Die beiden anderen Standorte sind Gravelines, ebenfalls am Ärmelkanal, und Bugey bei Lyon im Osten des Landes.
Präsident Emmanuel Macron hatte 2022 die "Renaissance der Atomkraft" in Frankreich ausgerufen und den Bau von insgesamt 14 Atomreaktoren der neuesten Generation angekündigt. Frankreich verfügt insgesamt über 57 Atomreaktoren, die knapp 70 Prozent des französischen Stroms erzeugen.
Macron verweist darauf, dass Atomkraft emissionsarm ist, und setzt sich dafür ein, sie auf EU-Ebene mit erneuerbaren Energien gleichzusetzen.
Unterdessen steht für das in Lothringen geplante Endlager für radioaktiven Atommüll die Baugenehmigung noch aus. Es ist bislang nicht dafür konzipiert, den Atommüll der noch zu bauenden Atomreaktoren aufzunehmen.
A.Mahlangu--AMWN