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Nach 24-Stunden-Frist Saudi-Arabiens: Emirate ziehen Streitkräfte aus Jemen ab
Nach einer entsprechenden Aufforderung Saudi-Arabiens und des Jemen ziehen die Vereinigten Arabischen Emirate ihre verbliebenen Streitkräfte aus dem Jemen ab. Das Verteidigungsministerium der Emirate gab am Dienstag in einer Mitteilung "die Auflösung der im Jemen verbliebenen Anti-Terror-Teams" bekannt. Im Jemen hatte sich der Konflikt zwischen Kräften, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt werden, und dem von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnis zuletzt verschärft. Auslöser war ein Vorstoß der von den Emiraten unterstützen jemenitischen Bewegung STC.
Saudi-Arabien hatte die Emirate nach dem Vorstoß der STC aufgerufen, sich binnen 24 Stunden aus dem Jemen zurückzuziehen. Zuvor bombardierte sein Militärbündnis mutmaßliche emiratische Waffenlieferungen. Abu Dhabi erklärte später, es habe den Abzug seiner Streitkräfte aus dem Jemen "aus eigenem Willen" beschlossen und dementierte, hinter dem Vorstoß der STC zu stehen.
Traditionell sind Saudi-Arabien und die Emirate enge Verbündete und haben sich für den Kampf gegen die pro-iranischen Huthi-Rebellen im Jemen zusammengeschlossen. Nun äußerte Saudi-Arabien in einer Erklärung des Außenministeriums aber "seine Enttäuschung", dass die Emirate die jemenitische Bewegung STC "zu militärischen Einsätzen an der Südgrenze" Saudi-Arabiens gedrängt hätten.
Der Südliche Übergangsrat (STC), der formal selbst Teil der international anerkannten Regierung im Jemen ist, hatte in den vergangenen Wochen große Teile der ölreichen jemenitischen Region Hadramaut sowie angrenzende Gebiete unter seine Kontrolle gebracht. Dabei verdrängte der STC Truppen aus dem jemenitischen Regierungslager, die islamistischen Kräften nahestehen und in der Vergangenheit von Saudi-Arabien unterstützt wurden. Experten zufolge ließ dies Saudi-Arabien schlecht dastehen.
Der Vorsitzende des jemenitischen Präsidialrates, Raschad al-Alimi, sprach in einer Fernsehansprache von einer "inakzeptablen Rebellion" des STC. Der Präsidialrat rief einen 90-tägigen Notstand aus, zu dem auch eine 72-stündige Luft-, See- und Land-Blockade gehört, und kündigte das gemeinsame Verteidigungsabkommen mit den Emiraten auf.
Das saudiarabische Außenministerium erklärte, das Verhalten der Emirate im Jemen stelle "eine Bedrohung für die nationale Sicherheit" Saudi-Arabiens sowie für die "Sicherheit und Stabilität der Republik Jemen und der Region" dar. Es bekräftigte die Forderung der jemenitischen Führung, dass die Emirate ihre militärischen Kräfte binnen 24 Stunden aus dem Land abziehen und "jede militärische oder finanzielle Unterstützung irgendeiner Seite im Jemen" einstellen müssten.
Vor den Ankündigungen vom Dienstag hatte das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis mitgeteilt, dass es von den Emiraten stammende Waffenlieferungen und Kampffahrzeuge für die STC-Kämpfer zerstört habe. "Angesichts der Gefahr und Eskalation" dieser Lieferungen habe die Luftwaffe der Koalition zwei aus den Emiraten eingetroffene Schiffe im Hafen von al-Mukalla in der Provinz Hadramaut bombardiert, berichtete die amtliche saudiarabische Nachrichtenagentur SPA.
Auf AFP-Bildern waren Dutzende Militärfahrzeuge zu sehen, von denen einige ausgebrannt waren.
Aus dem Umfeld des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses hieß es: "Die Koalition war dazu gezwungen. Alle diplomatischen Bemühungen sind auf taube Ohren gestoßen." Zur Vermeidung einer weiteren Eskalation sei die Diplomatie aber immer noch "eine Option".
Das Außenministerium der Emirate brachte seine "völlige Zurückweisung" von Saudi-Arabiens Vorwürfen zum Ausdruck. Außerdem hätten die in al-Mukalla bombardierten Lieferungen keine Waffen enthalten und die Fahrzeuge seien "für keine jemenitische Partei" gedacht gewesen. Die Lieferung sei überdies mit Riad abgestimmt gewesen.
Der STC erklärte unterdessen, er werde sich nicht aus den von ihm kontrollierten Gebieten zurückziehen. "Es steht außer Frage, sich zurückzuziehen. Es ist unvernünftig, den Landbesitzer zu fragen, sein Land zu verlassen", sagte Anwar Al-Tamimi, Sprecher des Südlichen Übergangsrats, der Nachrichtenagentur AFP. "Die Situation erfordert es zu bleiben und sich zu verstärken."
Der STC kämpft seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat im Südjemen, wie er bereits von 1967 bis 1990 bestand. Laut einem dem STC nahestehenden Sender hatten am Samstag hunderte Stammesvertreter im südjemenitischen Aden die STC-Anführer aufgerufen, die Unabhängigkeit des Südjemen auszurufen.
Der Jemen ist seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch gespalten in einen von der pro-iranischen Huthi-Miliz kontrollierten Norden und den Süden, den das fragmentierte Regierungsbündnis kontrolliert. Sowohl der STC als auch von Saudi-Arabien unterstützte Islamisten sind formal Teil der international anerkannten Regierung, stehen jedoch seit Jahren in Rivalität zueinander.
A.Jones--AMWN