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Aufwärtstrend bei Baugenehmigungen setzt sich auch im Januar fort
Bei der Zahl der Baugenehmigungen hat sich der Positivtrend auch zu Jahresbeginn fortgesetzt. Im Januar wurden 8,4 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. In Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 10.500 Neubauwohnungen - 7,1 Prozent mehr als im Januar 2025.
Insgesamt wurde der Bau von 19.500 Wohnungen genehmigt, wie das Bundesamt ausführte, die meisten davon (16.400) im Neubau. Besonders kräftig legte die Zahl der Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser zu: Sie stieg um 26,1 Prozent auf 1200; bei Einfamilienhäusern waren es mit 3800 Genehmigungen 12,6 Prozent mehr.
Die Zahl der Baugenehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator für die zukünftige Bauaktivität - und damit auch wichtig mit Blick auf den Mangel an Wohnraum in vielen Ballungsgebieten. Einen Aufwärtstrend hatte es bereits zuletzt gegeben: Für das Gesamtjahr 2025 wurde erstmals seit 2021 wieder ein Anstieg verzeichnet, auf insgesamt 238.500 genehmigte Wohnungen, elf Prozent mehr als im Vorjahr.
Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, begrüßte, dass sich der Wachstumstrend im Januar zwar etwas verlangsamt habe, der Trend aber "noch klar nach oben" zeige. "Leider wachsen derzeit auch für den Wohnungsbau die Risiken durch den anhaltenden Iran-Krieg, sodass der Anstieg der Baugenehmigungen in Richtung Sommer zunächst gedämpfter ausfallen dürfte", fügte er allerdings hinzu.
"Die gestiegenen Kraftstoffpreise und damit die steigende Inflation dämpfen die Bauaktivität über zwei Kanäle", erläuterte Dullien. "Zum einen wird die Europäische Zentralbank nun mit weiteren Zinssenkungen zurückhaltender sein", erklärte er. "Zieht sich der Krieg hin und steigen die Ölpreise weiter, ist auch nicht ausgeschlossen, dass die EZB die Zinsen erhöht." Dies führe zu höheren Bauzinsen, "was Wohnungsbau weniger bezahlbar macht".
Der andere Kanal seien die verfügbaren Einkommen, führte der IMK-Forscher aus. "Wenn die Menschen wegen gestiegener Energiepreise weniger Kaufkraft haben, bleibt auch weniger Spielraum zum Bau eines Eigenheims." Auch dies werde den weiteren Anstieg von Baugenehmigungen ausbremsen. Sollte der Krieg hingegen "nur wenige Monate dauern und ohne langfristige Schäden für das globale Rohölangebot bleiben, dürfte der Wohnungsbau im laufenden Jahr spürbar zum Wachstum in Deutschland beitragen", erklärte Dullien.
F.Pedersen--AMWN