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USA: Angriffe haben Irans Einsatzfähigkeiten in Straße von Hormus "eingeschränkt"
Die USA haben nach eigenen Angaben die iranischen Fähigkeiten für bewaffnete Einsätze in der Straße von Hormus geschwächt. Bei einem Angriff mit bunkerbrechenden Bomben sei in dieser Woche ein unterirdisches Waffenlager an der iranischen Küste zerstört worden, teilte das US-Militär am Samstag mit. Die USA und Israel griffen iranischen Staatsmedien zufolge außerdem die wichtige Atomanlage Natans im Zentrum des Iran an.
Die US-Arme habe mehrere knapp 2300 Kilogramm schwere Bomben auf die unterirdische Anlage nahe der Straße von Hormus abgeworfen, wo Schiffsabwehr-Raketen, mobile Abschussrampen und weitere Ausrüstung gelagert worden seien, teilte der Befehlshaber des für den Nahen Osten zuständigen US-Militärkommandos Centcom, Admiral Brad Cooper, mit.
Ferner seien auch "Geheimdienststandorte und Raketenradarstationen" zerstört worden, die zur Überwachung von Schiffsbewegungen genutzt worden seien, sagte Cooper in einem im Onlinedienst X veröffentlichten Video. "Die Fähigkeit des Iran, die Freiheit der Schifffahrt in und um die Straße von Hormus zu gefährden, ist dadurch eingeschränkt." Der Admiral fügte hinzu, die US-Armee werde nicht aufhören, das Ziel der freien Schifffahrt in dem Gebiet zu verfolgen.
Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports erfolgt, faktisch gesperrt. Die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Iran wird von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert. Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
US-Präsident Donald Trump hatte die Nato-Partner erfolglos zur militärischen Unterstützung bei der Sicherung der Schifffahrt durch die Meerenge aufgerufen. Trump beschimpfte die Verbündeten am Freitag deswegen als "Feiglinge". Deutschland und mehrere andere EU- und Nato-Länder bekundeten jedoch in einer gemeinsamen Erklärung ihre Bereitschaft, "einen Beitrag zu geeigneten Anstrengungen zu leisten, um eine sichere Passage der Meerengen zu gewährleisten".
Drei Wochen nach Beginn des Iran-Kriegs machten die USA und Israel unterdessen widersprüchliche Angaben zu ihrem weiteren Vorgehen. Während Trump erklärte, er erwäge eine Reduzierung der Angriffe, kündigte Israels Verteidigungsminister Israel Katz deren "erhebliche" Verstärkung an.
Am Samstagmorgen sei die Atomanlage Natans im Zentrum des Iran Ziel US-israelischer Luftangriffe geworden, teilte die iranische Atomenergiebehörde laut der Nachrichtenagentur Tasnim mit. Es sei "kein Austritt radioaktiven Materials gemeldet" worden. Die israelische Armee erklärte, sie habe "keine Kenntnis" von einem solchen Angriff. Nach einem Bericht des israelischen TV-Senders Kan handelte es sich um eine Attacke der US-Armee.
Russland verurteilte den von Teheran gemeldeten Angriff auf die Atomanlage als "unverantwortlich". Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA kündigte an, die Berichte zu prüfen. IAEA-Chef Rafael Grossi rief laut einer Mitteilung im Onlinedienst X erneut zu "militärischer Zurückhaltung" auf, "um jegliches Risiko eines Atomunfalls zu vermeiden".
Die schwer gesicherte Atomfabrik Natans ist die bekannteste iranische Atomanlage. Sie besteht aus oberirdischen und unterirdischen Einrichtungen zur Urananreicherung. Trump hat die Vernichtung des iranischen Atomprogramms als eines der Ziele des seit drei Wochen andauernden Krieges genannt.
Der israelische Verteidigungsminister Katz kündigte am Samstag an, die USA und Israel würden ihre Angriffe auf den Iran in den kommenden Tagen deutlich verstärken. Ab Sonntag werde die Intensität der Angriffe "erheblich zunehmen", sagte Katz laut seinem Ministerium. "Wir werden nicht aufhören, bis alle Kriegsziele erreicht sind", betonte er.
Trump hatte noch am Freitag erklärt, er erwäge, die Angriffe auf den Iran zurückzufahren. "Wir sind kurz davor, unsere Ziele zu erreichen", schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte, der Präsident und das Pentagon rechneten damit, "dass die Erfüllung dieser Mission etwa vier bis sechs Wochen dauern würde".
Angesichts der infolge des Kriegs stark gestiegenen Energiepreise entschied die US-Regierung am Freitag, die Lieferung und den Verkauf iranischen Öls in eingeschränkter Form vorübergehend zu erlauben. Die Erlaubnis gilt nach Angaben des US-Finanzministeriums bis zum 19. April für iranisches Öl, das vor dem 20. März auf Schiffe verladen wurde.
In der vergangenen Woche hatten die USA bereits die Sanktionen gegen Russland gelockert. Die Ukraine und westliche Partner kritisierten diesen Schritt.
Der Iran setzte derweil seine Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele in der Golfregion fort. In Bagdad wurde am Samstag nach Angaben des Geheimdienstes ein irakischer Offizier bei einem Drohnenangriff getötet.
Auch Bahrains Hauptstadt wurde erneut zum Ziel von Raketengriffen. In Manama waren mehrere Explosionen zu hören, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Zwei Raketen wurden von der Luftabwehr abgefangen.
Ein iranischer Angriff auf den US-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia verfehlte hingegen nach Angaben aus britischen Regierungskreisen sein Ziel.
P.Costa--AMWN