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Wadephul "befremdet und irritiert" über USA - Rede zu 75 Jahren Auswärtiges Amt
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat in seiner Rede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts vor akuten Gefährdungen für die Sicherheit in Deutschland gewarnt. "Unsere eigene Sicherheit ist womöglich konkreter in Gefahr als sie es in den letzten 75 Jahren je war", sagte Wadephul am Dienstag bei einer Feierstunde im Auswärtigen Amt. Zu den Gefahren etwa durch ein aggressiv auftretendes Russland komme wachsendes Unverständnis in der Partnerschaft mit dem traditionellen Verbündeten USA hinzu.
"Unser transatlantisches Verhältnis befindet sich in einem tiefgehenden Wandel: Ich selbst bin über vieles befremdet, teils irritiert", sagte Wadephul mit Blick auf die US-Regierung. "Die internationale Ordnung, wie wir sie in den letzten 75 Jahren kannten, steht unter Druck - einige versuchen, sie zu zerstören", warnte der Bundesaußenminister. "Wir stehen vor neuen epochalen Herausforderungen", deshalb sei Diplomatie "heute nötiger denn je".
Erstmals seit Generationen müsse Europa "mit zwei Kriegen unmittelbar an unseren Grenzen und in unserer Nachbarschaft gleichzeitig umgehen: Einem Angriffskrieg Russlands gegen seinen Nachbarn Ukraine mitten auf unserem eigenen Kontinent - und einem Krieg im Nahen Osten und am Golf", sagte Wadephul.
Europa könne mit dieser Situation nur umgehen, wenn es eng zusammensteht, mahnte Wadephul. Zudem plädierte er dafür, das Verhältnis zu den USA trotz der wachsenden Probleme nicht abzuschreiben: "Ich plädiere dafür, dass wir nie vergessen, dass es vor allem auch die USA waren, die uns vom Nazi-Regime befreit haben, die junge Bundesrepublik geprägt und uns die Wiedervereinigung ermöglicht haben."
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Bundesrepublik 1949 nahm das wiedergegründete Auswärtige Amt am 15. März 1951 seine Arbeit wieder auf. Es war ein Zeichen für eine wachsende außenpolitische Handlungsfähigkeit der jungen Bundesrepublik. Erster Außenminister war - in Personalunion mit dem Amt des Bundeskanzlers - der CDU-Politiker Konrad Adenauer.
M.Thompson--AMWN