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Iran weist US-Plan für Ende des Krieges laut Staatsfernsehen zurück
Der Iran hat nach Angaben des staatlichen Fernsehens den von den USA vorgelegten Plan für ein Ende des Krieges zurückgewiesen. Der Krieg höre auf, "wenn der Iran beschließt, ihn zu beenden - und nicht, wenn (US-Präsident Donald) Trump es will", erklärte ein Regierungsvertreter am Mittwoch nach Angaben des Staatssenders Press TV. Der Plan aus Washington war laut pakistanischen Regierungsvertretern über Islamabad an den Iran übermittelt worden. Press TV zufolge stellte Teheran eigene Forderungen auf.
"Der Iran hat negativ auf den US-Vorschlag reagiert", hieß es am Mittwoch bei Press TV. Eine offizielle iranische Stellungnahme gab es zunächst nicht. Außenminister Abbas Araghtschi, der die Gespräche mit den USA vor dem Krieg angeführt hatte, äußerte sich nicht. Iranische Medien wie die Nachrichtenagenturen Mehr und Tasnim griffen den Press-TV-Bericht aber auf.
Press TV zitierte den nicht genannten Regierungsvertreter weiter mit der Aussage, Teheran habe fünf eigene Bedingungen zur Beendigung der Angriffe vorgelegt. Dazu gehörten ein Ende von "Aggressionen und Attentaten" gegen das Land und seine Führung und die Einrichtung eines robusten Mechanismus, der garantiere, dass weder Israel noch die USA den Krieg wieder aufnehmen. Auch Entschädigungen würden gefordert.
Zu den Bedingungen des Iran gehört dem Bericht zufolge auch die Einstellung aller Angriffe an allen regionalen Fronten und gegen alle "Widerstandsgruppen" - ein Verweis insbesondere auf die von Teheran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon. Teheran wolle zudem internationale Anerkennung und Garantien für das Recht des Iran, seine Souveränität über die Straße von Hormus auszuüben.
Der US-Vorschlag für ein Ende der Kämpfe sieht der "New York Times" zufolge die Wiederöffnung der weitgehend gesperrten Straße von Hormus sowie strikte Beschränkungen für das iranische Atomprogramm vor. Im Gegenzug sollen laut dem israelischen Sender Channel 12 die Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Beide Seiten würden demnach eine einmonatige Waffenruhe ausrufen, während der sie auf Grundlage des US-Vorschlags aus Washington verhandeln würden. Ein Wechsel des Regierungssystems im Iran werde in dem US-Plan nicht gefordert, berichtete der Sender.
Das Weiße Haus und das US-Außenministerium äußerten sich zunächst nicht. Trump hatte jedoch bereits am Montag überraschend angeblich erfolgreiche Verhandlungen mit Teheran angedeutet.
Ein iranischer Militärsprecher verspottete Trump allerdings in einem im Staatsfernsehen ausgestrahlten Video. Trump verhandele "mit sich selbst", sagte er.
Der einflussreiche iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf warnte die USA davor, Teherans "Entschlossenheit auf die Probe" zu stellen. "Wir beobachten alle US-Bewegungen in der Region genau, insbesondere Truppenentsendungen", erklärte er im Onlinedienst X. Der Parlamentspräsident bezog sich dabei auf Medienberichte, wonach die USA derzeit 3000 Elitesoldaten in den Nahen Osten verlegen.
Das iranische Militär erklärte am Mittwoch, es habe Raketen in Richtung des US-Flugzeugträgers "USS Abraham Lincoln" abgefeuert. Das in der Golfregion eingesetzte Schiff sei dadurch gezwungen worden, erklärte die Armee nach Angaben des Staatsfernsehens. Marinekommandant Schahram Irani drohte mit weiteren Angriffen, sollten sich feindliche Schiffe in Reichweite der iranischen Streitkräfte befinden.
Die iranischen Revolutionsgarden feuerten nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch eine Salve "präzisionsgelenkter" Raketen und Drohnen auf Israel sowie auf Stützpunkte der US-Streitkräfte in Kuwait, Jordanien und Bahrain ab. Die israelische Armee teilte mit, die Luftabwehr habe auf neue iranische Raketensalven reagiert.
Israel griff nach Angaben seiner Armee seinerseits zwei Produktionsstätten für Marschflugkörper in Teheran an. Die Anlagen seien zur "Entwicklung und Herstellung von Marschflugkörpern großer Reichweite genutzt worden, die in der Lage sind, Ziele auf See und an Land rasch zu zerstören". Auch eine U-Boot-Produktionsanlage in Isfahan wurde demnach angegriffen.
Israel und die USA hatten am 28. Februar mit ihren Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
Seit Beginn des Krieges ist außerdem die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch die iranischen Streitkräfte weitgehend gesperrt. Zudem attackierte der Iran Ölanlagen und Tanker in der Golfregion. Dies ließ die Öl- und Gaspreise weltweit in die Höhe schnellen.
UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich am Mittwoch zutiefst besorgt über den Iran-Krieg. Dieser sei "außer Kontrolle", sagte er. "Die Welt steht vor der Gefahr eines größeren Krieges, einer Welle menschlichen Leids und eines tieferen globalen Wirtschaftsschocks."
C.Garcia--AMWN