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Deutschland und Brasilien wollen Partnerschaft ausbauen - Merz empfängt Lula
Deutschland und Brasilien wollen ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Sonntag in Hannover den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Am Abend eröffnen beide die Hannover Messe, die als wichtigste Industrieschau der Welt gilt. Am Montag finden dann deutsch-brasilianische Regierungskonsultationen statt. Im Mittelpunkt stehen die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder.
Brasilien ist mit mehr als 200 Millionen Einwohnern Deutschlands wichtigster Handelspartner in Südamerika und einer der weltweit wichtigsten Standorte für deutsche Unternehmen. Das Handelsvolumen zwischen Brasilien und Deutschland belief sich im vergangenen Jahr auf über 21 Milliarden Euro. Rund 1300 Unternehmen mit deutschem Kapital sind in Brasilien aktiv - dazu gehören Siemens, Bayer, VW oder BASF.
Weiteres Thema ist die Außenpolitik: Lula schrieb in einem Gastbeitrag für "Tagesspiegel" und "Handelsblatt", er setze auf die "strategische Partnerschaft" mit Deutschland, um den Multilateralismus zu stärken. "Ich bin überzeugt, dass der Multilateralismus alternativlos ist. Nur durch ihn können wir den Forderungen unserer Völker und der gesamten Menschheit nach Frieden, Nachhaltigkeit und geteiltem Wohlstand gerecht werden."
Ohne US-Präsident Donald Trump zu nennen, kritisierte Lula, "das Recht des Stärkeren drängt sich vor". Die Militärausgaben erreichten einen neuen Rekord und Zollstreitigkeiten brächten das Handelsgefüge durcheinander.
In diesem Zusammenhang hob der brasilianische Präsident die Bedeutung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten hervor, das am 1. Mai vorläufig in Kraft tritt. Die Bundesregierung erwartet, dass mit dem Abkommen das Handelsvolumen deutlich steigen wird.
Brasiliens Rohstoffreichtum bietet nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen "großes Potenzial" für vertiefte Wirtschaftsbeziehungen. Nach Schätzungen verfügt das Land über die weltweit zweitgrößten Reserven für Seltene Erden. Deutschland importierte bereits 2024 Rohstoffe aus Brasilien im Wert von rund drei Milliarden Euro.
Brasilien war 1980 das erste Partnerland der Hannover Messe - und kehrt nun als Gastland zurück. Auf der Messe stellen 4000 Unternehmen aus Maschinenbau, Elektro- und Digitalindustrie sowie Energiewirtschaft über 14.000 neue Produkte und Lösungen vor. Die Messe steht in diesem Jahr unter dem Motto "Think Tech Forward" - Schwerpunkt sind der technologische Fortschritt und die digitale Transformation der Wirtschaft.
Merz hatte Lula zuletzt bei am Rande des G20-Gipfels in Johannesburg im November persönlich getroffen. Kurz zuvor hatte er über den Austragungsort der Weltklimakonferenz gelästert: Belém in Brasilien: Alle seien "froh" gewesen, "von diesem Ort, an dem wir da waren", wieder heimzukehren, sagte er. Lula reagierte mit Humor: Wenn Merz dort eine Bar besucht, gespeist und getanzt hätte, hätte er die Vorzüge gegenüber Berlin kennengelernt.
P.Silva--AMWN