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IOC lässt Belarus zu - Russland bleibt vorerst ausgeschlossen
Das Internationale Olympische Komitee hat die Sanktionen gegen Athletinnen und Athleten aus Belarus aufgehoben. Das teilte das IOC nach einer Sitzung der Exekutive unter der Führung von Präsidentin Kirsty Coventry am Donnerstag mit. Sportler aus Belarus dürfen damit in internationalen Wettkämpfen wieder unter eigener Flagge und mit eigener Hymne starten, auch Mannschaften sind wieder zugelassen. Russland bleibt dagegen vorerst ausgeschlossen.
Beide Nationen waren seit dem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 weitestgehend aus dem Weltsport verbannt worden. Nur Einzelathleten, die den Krieg nicht aktiv unterstützen, durften unter neutralem Status starten. Diese Empfehlung an die Weltverbände nahm das IOC nun zumindest für Belarus zurück, damit könnte auch die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka, eine der prominentesten Sportlerinnen aus Belarus, bald wieder für ihr Land auf der Tennistour antreten.
"Angesichts der zunehmend komplexen Realitäten und Folgen des aktuellen geopolitischen Kontextes, einschließlich der steigenden Zahl von Kriegen und Konflikten, und der wachsenden globalen Instabilität muss das IOC seiner Mission gerecht werden, eine wertebasierte und wahrhaft globale Sportplattform zu erhalten, die der Welt Hoffnung gibt", hieß es in der Begründung.
Der Deutsche Olympische Sportbund nahm die Entscheidung "zur Kenntnis", wie der DOSB auf SID-Anfrage mitteilte. In einer Sitzung am Freitag und Samstag will sich das Präsidium mit dem Beschluss des IOC befassen.
Russland bleibt daher nicht wegen des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs außen vor. Das IOC hatte das Nationale Olympische Komitee (ROC) im Herbst 2023 suspendiert, nachdem das ROC vier von Russland annektierte Gebiete aufgenommen hatte. Trotz "konstruktiven Gesprächen" sei eine Lockerung der Sanktionen daher noch nicht möglich, die Rechtskommission des IOC prüfe den Fall weiter. Coventry versicherte, für eine Rückkehr Russlands "keinen festen Zeitplan" zu haben.
Ihre Exekutive habe "mit Besorgnis die jüngsten Informationen zur Kenntnis genommen, welche die WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur; d.Red.) veranlasst haben, das russische Anti-Doping-System zu untersuchen". Das Komitee wolle sich "ein besseres Bild der Situation" verschaffen.
"Wir wissen nicht, wie lange dieser Vorgang dauern wird. Doch Sie wissen auch, dass ich im Jahr 2016 selbst noch als Athletin aktiv war. Daher ist es für mich von größter Bedeutung, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um sicherzustellen, dass das Wettkampfumfeld – wann immer Athleten in den Wettbewerb zurückkehren – das sauberste und fairste Umfeld ist, das wir bieten können", sagte Coventry.
L.Miller--AMWN