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Ermittlungen nach Angriff eines Bergführers am Großglockner
Nach einer auf Video festgehaltenen Auseinandersetzung am Mürztaler Steig ermittelt die Polizei gegen einen Bergführer wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit.
Ein Zwischenfall am Großglockner hat polizeiliche Ermittlungen und berufliche Konsequenzen für einen Bergführer ausgelöst. Die Auseinandersetzung ereignete sich am 22. August am Mürztaler Steig auf dem Weg zur Adlersruhe, der Erzherzog-Johann-Hütte.
Ein polnisches Ehepaar befand sich im Abstieg, wobei der Mann die Tour mit einer Helmkamera filmte. Auf der engen Passage wollte der Bergführer mit seiner Gruppe an dem Paar vorbeisteigen, während die Frau hinunterkletterte. Nach einer verbalen Auseinandersetzung kehrte der Bergführer um, packte den Ehemann an den Armen und bedrängte ihn in unmittelbarer Nähe zum Abgrund.
Am Freitag erstattete eine Person, die das später auf Instagram verbreitete Video gesehen hatte, Anzeige bei der Polizei in Matrei in Osttirol. Die Polizei nahm Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Innsbruck auf und leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Gefährdung der körperlichen Sicherheit ein. Nach dem Bericht drohen bei einer Verurteilung bis zu drei Monate Haft.
Der Auftrag war dem Mann vom Kalser Berg- und Skiführerverein vermittelt worden, obwohl er kein Vereinsmitglied ist. Der Verein erklärte, künftig keine Aufträge mehr an ihn zu vergeben, und entschuldigte sich bei dem polnischen Alpinisten. Der Bergführer wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern.
Auch der Österreichische Berg- und Skiführerverband distanzierte sich von dem Verhalten und bezeichnete es als zwischenmenschlich und alpinistisch untragbar. Weitere Schritte liegen demnach beim zuständigen Landesverband.
X.Karnes--AMWN