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Umfrage: Schwierige Wirtschaftslage bremst Digitalisierung
Die schwierige wirtschaftliche Lage droht laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom die Digitalisierung in vielen Unternehmen auszubremsen. So gaben 95 Prozent der befragten Unternehmen an, dass die anhaltenden Störungen der Lieferketten den in der Pandemie spürbaren Digitalisierungsschub verlangsamt hätten, wie Bitkom am Montag mitteilte. Immer mehr Unternehmen planten laut der Umfrage zudem, ihre Investitionen in die Digitalisierung zurückzufahren.
Die Pandemie hatte in vielen Unternehmen zuvor zu einem deutlichen Schub bei der Digitalisierung geführt: Im laufenden Jahr investierten vier von zehn Unternehmen mehr Geld in die Digitalisierung als im Vorjahr, drei von zehn Unternehmen hielten ihre Investitionen zumindest konstant. An der Umfrage beteiligten sich rund 600 Unternehmen mit jeweils mindestens 20 Mitarbeitenden.
Im kommenden Jahr wollen viele Unternehmen laut der Umfrage jedoch deutlich weniger Geld in die Hand nehmen: Lediglich zwei Prozent der Betriebe gaben an, "deutlich mehr" ausgeben zu wollen, immerhin 16 Prozent wollten "eher mehr" investieren. Gleichzeitig wollten jedoch 19 Prozent weniger investieren, 14 Prozent wollten ihre Investitionen sogar deutlich zurückfahren.
Grund für die Zurückhaltung bei den Investitionen ist laut Bitkom die unsichere Wirtschaftslage. So gaben 92 Prozent der Unternehmen an, die Digitalisierung in ihrem Betrieb sei durch die hohe Inflation bedroht. 78 Prozent sahen den Grund in den steigenden Energiekosten und 57 Prozent begründeten das zurückhaltendere Investitionsverhalten mit dem russischen Angriff auf die Ukraine.
"Digitalisierung ist das beste Mittel für Widerstandsfähigkeit und Resilienz gegenüber Krisen jeder Art", erklärte Bitkom-Präsident Achim Berg. Nötig seien dafür jedoch eine passende Strategie, die richtigen Kompetenzen sowie ausreichend Ressourcen. Nun müsse alles daran gesetzt werden, dass die in der Pandemie erzielten Digitalisierungs-Fortschritte "nicht verpuffen, sondern nachgehalten und verstärkt werden", forderte Berg.
Ch.Kahalev--AMWN