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Infineon stockt Investitionen in neue Halbleiterfabrik wegen KI-Booms auf
Wegen des Booms bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) stockt der Halbleiterhersteller Infineon seine Investitionen deutlich auf. Wie Infineon am Mittwoch ankündigte, sind im laufenden Geschäftsjahr bis Ende September in diesem Bereich nun Investitionen in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro vorgesehen - eine halbe Milliarde Euro mehr als bisher geplant. Ein großer Teil davon soll demnach auf einen "schnelleren Hochlauf" der Halbleiterfabrik "Smart Power Fab" in Dresden entfallen.
In der Fabrik, die im Sommer eröffnet werden soll, ist die Fertigung von Halbleitern geplant, die den immensen Energieverbrauch in KI-Rechenzentren optimieren sollen, etwa indem elektronische Lasten dynamisch angepasst werden. Dies soll auch dabei helfen, den Stromverbrauch der Rechenzentren zu senken und mehr Effizienz zu erreichen.
Die Nachfrage bei KI gebe Infineon in einem ansonsten verhaltenen Marktumfeld "kräftigen Rückenwind", erklärte Vorstandschef Jochen Hanebeck. Deshalb würden die Fertigungskapazitäten auf eine weiter steigende Nachfrage ausgerichtet und Investitionen in diesem Bereich vorgezogen. Infineon rechnet in dem Geschäftsbereich mit einem deutlichen Umsatzwachstum: Für das Geschäftsjahr 2027 werde hier ein Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro erwartet - nach rund 1,5 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr.
Insgesamt geht der Konzern für das aktuelle Geschäftsjahr von einem "moderat" steigenden Umsatz aus. Im Geschäftsjahr 2025 hatte das Unternehmen mit weltweit rund 57.000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 14,7 Milliarden Euro erzielt.
Bereits am Dienstag hatte Infineon angekündigt, das Geschäft des Unternehmens mit Sensoren für Automobil- und Industrieanwendungen zu erweitern. Dafür will Infineon für 570 Millionen Euro das nicht-optische Sensorportfolio von AMS Osram übernehmen. "Mit dem Zukauf erschließen wir uns neue Möglichkeiten - in etablierten Zielmärkten und in aufstrebenden Feldern wie der humanoiden Robotik", erklärte Hanebeck. Sensoren können Signale wie Bewegungen und Geräusche, aber auch Lichtwellen und beispielsweise Herzschläge erfassen und diese in digital verarbeitbare Daten umwandeln.
L.Miller--AMWN