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Analyse: "Neuer Schub" bei der Verbreitung von Elektroautos in Deutschland
Private Autobesitzer in Deutschland entscheiden sich laut einer Analyse des Versicherungsunternehmens Huk-Coburg derzeit wieder verstärkt für einen Wechsel von Verbrennern hin zu Elektroautos. Die Umstiegshäufigkeit habe sich seit dem Tiefpunkt Anfang 2024, als die staatliche E-Kaufprämie weggefallen war, "mehr als verdoppelt", teilte die Huk-Coburg am Donnerstag mit. Demnach fand ein solcher Umstieg im dritten Quartal 2025 bei 6,2 Prozent aller privaten Fahrzeugwechsel statt.
"Ein neuer Schub bei der Verbreitung von Elektroautos in Deutschland scheint jetzt da zu sein", erklärte Vorstandsmitglied Jörg Rheinländer. Im gesamten Jahr 2024 hatten sich nach Daten der Huk-Coburg noch weniger als vier von hundert Verbraucherinnen und Verbrauchern (3,7 Prozent) beim Fahrzeugwechsel für ein E-Auto entschieden.
Ein wichtiger Faktor ist dabei inzwischen auch der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos. Die Anmeldung gebraucht erworbener Fahrzeuge sei im privaten Automarkt in Deutschland um ein Vielfaches häufiger als die Zulassung fabrikneuer Fahrzeuge, erklärte das Versicherungsunternehmen. "Bei reinen Elektroautos, die ja erst vor wenigen Jahren Premiere hatten, folgt der Markt jetzt auch dieser Entwicklung."
So waren demnach im Jahr 2020 beim Elektro-Umstieg lediglich zehn Prozent aller Autos gebraucht erworben worden - im bisherigen Jahresverlauf 2025 seien es nun schon mehr als 50 Prozent. "Sinnvoll erscheinen daher die Pläne der Bundesregierung, künftig auch die Anschaffung gebrauchter E-Autos finanziell zu fördern", erklärte die Huk-Coburg.
Dadurch ließen sich auch neue Zielgruppen erreichen. Denn den Daten des Versicherungsunternehmens zufolge finden unter 40-Jährige deutlich häufiger E-Autos "sehr gut" oder "gut" als diejenigen ab 40 Jahren (62 Prozent zu 40 Prozent). Allerdings liegt im Gegensatz dazu bei den Älteren die tatsächliche Umstiegshäufigkeit von Verbrennern auf E-Modelle aktuell noch fast um die Hälfte höher als bei unter 40-Jährigen.
"Wir wissen aus unseren Befragungen, dass die Kosten bei der Wahl von Verkehrsmitteln das entscheidende Kriterium sind", erklärte Rheinländer. "Deshalb ist es nicht unwahrscheinlich, dass vergünstigte Preise für E-Autos einen besonderen Schub bei deren Verbreitung auslösen können."
Für die Analyse wertete die Huk-Coburg die Versicherungszahlen des Unternehmens aus, das nach eigenen Angaben mit mehr als 14 Millionen Fahrzeugen größter deutscher Autoversicherer ist. Zusätzlich wurden für die aktuelle Erhebung im August 4078 Menschen in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut Yougov befragt.
F.Pedersen--AMWN