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Vor Beginn des Iran-Kriegs: Zahl der Baugenehmigungen im Februar stark gestiegen
Unmittelbar vor Beginn des Iran-Kriegs hat sich der Aufwärtstrend im Wohnungsbau fortgesetzt: Im Februar wurde der Bau von 22.200 Wohnungen genehmigt, das war ein Plus von 24,1 Prozent im Vorjahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Im März verschlechterte sich die Stimmung in der Branche laut Ifo-Umfrage wegen pessimistischer Erwartungen aufgrund des Kriegs allerdings deutlich.
Die Zahl der Baugenehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator für die zukünftige Bauaktivität - und damit auch wichtig mit Blick auf den Mangel an Wohnraum in vielen Ballungsgebieten. Einen Aufwärtstrend gab es bereits im Gesamtjahr 2025, erstmals seit 2021 wurde wieder ein Anstieg auf insgesamt 238.500 genehmigte Wohnungen verzeichnet, das waren elf Prozent mehr als im Vorjahr.
Im Januar und Februar 2026 zusammen wurde laut Statistikamt dann der Bau von 41.7000 Wohnungen genehmigt, das waren 16,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Plus bei Mehrfamilienhäusern lag demnach bei 18 Prozent, bei Einfamilienhäusern bei 14,2 Prozent und bei Zweifamilienhäusern bei 25,8 Prozent.
Die deutsche Bauwirtschaft habe unmittelbar vor Beginn des Iran-Kriegs noch eine "robuste Dynamik" aufgewiesen, erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Das Ifo-Institut in München berichtete, auch im März hätten die Unternehmen die aktuelle Lage wegen der gestiegenen Baugenehmigungen noch besser eingeschätzt. Der Anteil der Unternehmen, die über zu wenig Aufträge berichten, ging demnach deutlich zurück - auf den niedrigsten Wert seit Juli 2023. Ihre Erwartungen an die kommenden Monate verschlechterten sich allerdings deutlich.
Leider seien die Daten "nur ein Blick in den Rückspiegel", wie Dullien erklärte. Die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Kraftstoffpreise und damit die steigende Inflation dämpfen die Bauaktivität demnach über drei Kanäle: Zum einen werde die Europäische Zentralbank nun mit weiteren Zinssenkungen zurückhaltender sein, auch eine Zinserhöhung sei nicht ausgeschlossen. "Dies führt zu höheren Bauzinsen, was Wohnungsbau weniger bezahlbar macht."
Der zweite Kanal seien die verfügbaren Einkommen: "Wenn die Menschen wegen gestiegener Energiepreise weniger Kaufkraft haben, bleibt auch weniger Spielraum zum Bau eines Eigenheims", erklärte Dullien. Auch das werde den weiteren Anstieg von Baugenehmigungen ausbremsen. Die höheren Kraftstoff- und Energiekosten dürften drittens mittelfristig auch die Baukosten erhöhen.
Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie betonte außerdem, eine steigende Zahl von Baugenehmigungen sei "kein Automatismus dafür, dass mehr gebaut wird". Viele Bauherren nutzten zwar die Möglichkeit, endlich eine Genehmigung zu erlangen. Nach wie vor hohe Kosten, Auflagen und Bürokratie stünden einem tatsächlichen Baubeginn aber nach wie vor entgegen. Der Verband forderte "schnell die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten am Bau" für Unternehmen, etwa Sonderabschreibungen.
P.Stevenson--AMWN