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Mieten steigen im ersten Quartal nur leicht - große Unterschiede zwischen Städten
Die Angebotsmieten in Deutschland sind im ersten Quartal nur noch leicht gestiegen. Gegenüber dem Vorquartal waren die inserierten Wohnungen und Häuser 0,5 Prozent teurer, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Mieten um 2,9 Prozent, wie das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Montag mitteilte. Das ist demnach der geringste Anstieg seit vier Jahren.
Die IfW-Forscher ermitteln regelmäßig einen Mietpreisindex (Greix) auf Basis der Angebotsmieten in 37 Städten und Regionen, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte. Greix-Projektleiter Jonas Zdrzalek sieht über die vergangenen Jahre nur eine moderate Preisentwicklung: "Gegenüber dem vorherigen inflationsbereinigten Höchststand von 2020 liegen die realen Angebotsmieten kumuliert heute nur 2,8 Prozent höher", erklärte er. "Das zeigt, dass sich die Angebotsmieten nicht deutlich anders als die allgemeine Teuerungsrate entwickelt haben."
Allerdings gebe es "große Unterschiede zwischen den Städten", ergänzte Zdrzalek. Vor allem in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt und Leipzig stiegen die Mieten im ersten Quartal diesen Jahres überdurchschnittlich stark. In München entwickelten die Preise sich leicht unterdurchschnittlich, in Stuttgart gingen die Mieten leicht zurück, in Berlin sogar deutlich.
Im Vergleich der Großstädte liegt München mit einer durchschnittlichen angebotenen Kaltmiete von 23,56 Euro pro Quadratmeter weiterhin unangefochten an der Spitze. Es folgen mit einigem Abstand Frankfurt (17,71 Euro), Hamburg (16,35 Euro) und Stuttgart (16,25 Euro). "Das untere Ende der acht größten Städte markiert Leipzig mit 10,41 Euro pro Quadratmeter."
"Was die bloßen Mietpreiszahlen nur bedingt zeigen: Der Markt verändert sich strukturell", erklärte Zdrzalek. Demnach sinkt die Zahl regulär inserierter Wohnungen seit Jahren. Seit 2015 ist sie um über ein Fünftel zurückgegangen. Zugleich gibt es immer mehr Wohnungen, die möbliert angeboten werden.
Der Mieterbund sieht diese Entwicklung sehr kritisch. Möblierte Wohnungen würden "zur Umgehung gesetzlicher Vorgaben genutzt", erklärte Mieterbund-Präsidentin Melanie Weber-Moritz. Der DMB unterstützt daher die Initiative von Bundesjustizministerin Stephanie Hubig (SPD), den Möblierungszuschlag bei möblierten Wohnungen künftig gesondert auszuweisen und am Zeitwert der Möbel auszurichten.
P.M.Smith--AMWN