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Venezolaner nach Gefangenenaustausch mit den USA aus El Salvador in Heimat geflogen
Dutzende aus den USA abgeschobene Venezolaner sind im Rahmen eines Gefangenenaustauschs aus einem berüchtigten Gefängnis in El Salvador in ihre Heimat zurückgekehrt. Am Freitagabend (Ortszeit) landeten zwei Flugzeuge mit den Männern am Flughafen von Maiquetía nahe der Hauptstadt Caracas. Im Gegenzug ließ die venezolanische Regierung laut US-Angaben zehn Häftlinge mit US-Staatsbürgerschaft oder Wohnsitz in den Vereinigten Staaten frei.
Zudem seien im Rahmen der Vereinbarung 80 "politische Gefangene" in Venezuela freigelassen worden, sagte El Salvadors Präsident Nayib Bukele.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte im März 252 Venezolaner nach El Salvador abgeschoben, denen sie vorwarf, der kriminellen Organisation Tren de Aragua anzugehören. Die Migranten wurden in dem zentralamerikanischen Land im berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis Cecot inhaftiert.
Trump bezog sich bei diesem umstrittenen Vorgehen ohne Gerichtsverfahren auf ein Gesetz aus dem Jahr 1798 über "ausländische Feinde". Die salvadorianische Menschenrechtsorganisation Cristosal geht davon aus, dass nur sieben der Männer zuvor verurteilt worden waren.
US-Außenminister Marco Rubio schrieb im Onlinedienst X, "zehn Amerikaner, die in Venezuela inhaftiert waren, sind auf ihrem Weg in die Freiheit". Er dankte Bukele für dessen Unterstützung.
Auf ihrer Rückreise aus Venezuela in die USA wurden die zehn freigelassenen US-Bürger beziehungsweise Menschen mit US-Wohnsitz zunächst nach El Salvador geflogen. In der Hauptstadt San Salvador wurden sie bei einer Zeremonie im Präsidentenpalast von Bukele und dem US-Geiselbeauftragten Adam Boehler empfangen. Boehler bezeichnete Bukele als "unglaublichen Freund" der USA.
Der französischen Regierung zufolge handelt es sich bei einem der Rückkehrer um einen 37-jährigen, der sowohl einen französischen als auch einen US-Pass hat. Nach Angaben seiner Familie wurde der Mann seit Januar festgehalten, nachdem er während eines Urlaubs in Kolumbien von venezolanischen Grenzschützern festgenommen worden war.
Laut der venezolanischen Nichtregierungsorganisation Foro Penal sind fünf der Freigelassenen US-Bürger, die weiteren Rückkehrer stammen demnach ursprünglich unter anderem aus Mexiko, Bolivien und Uruguay. Unter den weiteren 80 Freigelassenen befindet sich laut venezolanischen Regierungsangaben auch ein oppositioneller Ex-Abgeordneter.
In Venezuela dankte der linksautoritäre Staatschef Nicolás Maduro US-Präsident Trump für dessen Vermittlung in dem Austausch und für die "die Entscheidung, diese völlig unrechtmäßige Situation rückgängig zu machen". Innenminister Diosdado Cabello und andere Regierungsmitarbeiter gingen nach der Landung in Maiquetía an Bord der zwei Flugzeuge mit den freigelassenen Häftlingen.
Die venezolanische Regierung machte keine genauen Angaben dazu, wie viele der zuvor in El Salvador eingesperrten Männer an Bord der Flugzeuge waren. Bukele erklärte auf X jedoch, "wir haben alle venezolanischen Bürger übergeben, denen vorgeworfen wird, Mitglieder der kriminellen Organisation Tren de Aragua zu sein und die in unserem Land inhaftiert waren". Dem Gefangenenaustausch seien monatelange Verhandlungen mit dem "tyrannischen Regime" in Caracas vorausgegangen, erklärte er weiter.
Die venezolanische Regierung erklärte ihrerseits, sie habe für die Befreiung der in El Salvador inhaftierten Venezolaner einen "hohen Preis" gezahlt. Es seien "Terroristen" gegen "Unschuldige" ausgetauscht worden, erklärte Maduro.
Am Freitagmorgen war bereits ein Flugzeug mit 244 direkt aus den USA abgeschobenen Venezolanern in Maiquetía gelandet. An Bord waren laut Innenminister Cabello auch sieben venezolanische Kinder.
Nach offiziellen Angaben wurden seit Februar mehr als 8200 Venezolaner, darunter viele Kinder, aus den USA und Mexiko zurück in ihr Heimatland abgeschoben. Trump fährt einen harten Kurs gegen ohne Aufenthaltspapiere in den USA lebende Migranten, die häufigen Razzien zur Festnahme solcher Menschen sorgen für heftige Kontroversen und wütende Proteste.
J.Oliveira--AMWN