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Drohnenverdacht: Kapitän eines Schiffs der russischen Schattenflotte weiter in Gewahrsam
Der Kapitän und der Steuermann eines vom französischen Militär festgesetzten Öltankers der russischen Schattenflotte bleiben zunächst in Polizeigewahrsam. Der Gewahrsam sei verlängert worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Rennes mit. Die französische Justiz ermittelt wegen der unklaren Nationalität des Schiffes sowie der "Weigerung, einer Anweisung zu folgen". Das Schiff steht im Verdacht, als Startplattform für die über Dänemark gesichteten Drohnen gedient zu haben.
Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu bedankte sich bei der französischen Marine für ihren Einsatz an Bord des Öltankers "im Rahmen von Ermittlungen zu dessen Nationalität". Dieser Einsatz habe ermöglicht, "zwei Besatzungsmitglieder in Gewahrsam zu nehmen", schrieb Lecornu im Onlinedienst X.
Das Schiff hatte sich nach Angaben der Website Vesselfinder zwischen dem 22. und 25. September nahe der dänischen Küste bewegt. Das Fachmagazin "The Maritime Executive" vermutet, dass das zuletzt unter der Flagge von Benin stehende Schiff als "Startplattform" für die über Dänemark gesichteten Drohnen gedient haben könnte.
In der Nacht zum 22. September war der Flughafen von Kopenhagen wegen des Überflugs von Drohnen unbekannter Herkunft für einige Stunden gesperrt worden. Weitere Flughäfen und Militärstützpunkte wurden später ebenfalls von Drohnen überflogen. Nach Angaben der dänischen Polizei konnten die Urheber nicht ausgemacht werden. Mehrere europäische Regierungen und die EU-Kommission vermuten jedoch Russland hinter den Vorfällen.
Nach Informationen aus Militärkreisen waren französische Marinesoldaten am vergangenen Samstag an Bord des Schiffes gegangen und hatten es zu einer Kursänderung aufgefordert. Inzwischen liegt das Schiff vor dem westfranzösischen Saint-Nazaire vor Anker. Es halten sich weiterhin französische Soldaten an Bord auf. Nach Angaben des Staatsanwalts von Brest, Stéphane Kellenberger, gaben sich die beiden festgenommenen Besatzungsmitglieder als Kapitän und Steuermann des Schiffes aus.
Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, die Besatzung des Schiffes habe "schwere Fehler" begangen. Mit Blick auf die Mutmaßungen, das Schiff könne als Startplattform für die Drohnen gedient haben, mahnte er jedoch zur Vorsicht.
Das 244 Meter lange Schiff, das häufig die Flagge und den Namen gewechselt hat, wird von der EU als Teil der russischen "Schattenflotte" betrachtet und steht seit Februar auf der EU-Sanktionsliste.
S.Gregor--AMWN