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Japan will Seltene Erden in der Tiefsee gewinnen
Mit einem Forschungsschiff will Japan ab Januar erstmals Seltene Erden in der Tiefsee gewinnen. Das Schiff "Chikyu" werde eine Test-Expedition absolvieren, um Sedimente des Meeresbodens einzuholen, die solche Metalle enthalten, erklärte der Direktor eines staatlichen Innovationsprogramms, Shoichi Ishii, am Donnerstag. Es sei der erste Test weltweit, "bei dem die Sedimente aus einer Wassertiefe von 5500 Metern geborgen werden".
Die Expedition führt die "Chikyu" in Gewässern der japanischen Wirtschaftszone rund um die abgelegene Pazifikinsel Minami Torishima. Das Eiland ist das am weitesten östlich gelegene Gebiet Japans, das auch als Militärbasis genutzt wird.
Es handle sich zunächst um einen Test, der nicht darauf ausgelegt sei, besonders große Mengen an Sedimenten zu fördern, fügte Ishii hinzu. Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete, dass bei dem Versuch innerhalb von drei Wochen 35 Tonnen Schlamm vom Meeresboden abgetragen werden sollen. Demnach könnte jede Tonne rund zwei Kilogramm von Seltenerd-Mineralien enthalten.
Insgesamt 17 Elemente zählen zu den Seltenen Erden. Die Eigenschaften der einzelnen Metalle unterscheiden sich. Jedes Einzelne hat Eigenschaften, die es für die Industrie wertvoll machen - teils sind sie unersetzlich.
Japan hatte in dieser Woche zugesagt, mit den USA, Indien und Australien zusammenzuarbeiten, um eine stabile Versorgung mit wichtigen Mineralien zu gewährleisten. China hat in diesem Bereich eine dominante Rolle: Das Land baut laut der Internationalen Energieagentur 60 Prozent der Seltenen Erden weltweit ab, bei der Verarbeitung ist Chinas Anteil noch höher.
Bergbaukonzerne drängen seit langem darauf, wertvolle Mineralien am Meeresgrund abzubauen. Wissenschaftler und Umweltgruppen befürchten, dass der Tiefseebergbau unberührte Unterwasser-Ökosysteme dauerhaft zerstören könnte.
P.M.Smith--AMWN