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Weichen für Bildungschancen oft schon im Kleinkindalter gestellt
Schon im Kleinkindalter werden die Weichen für sprachliche und soziale Kompetenzen und damit oft auch für spätere Bildungschancen gestellt. Bereits im Alter von zwei Jahren zeigen sich bedeutsame Unterschiede im Wortschatz und der Grammatikkompetenz von Kindern, wie das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) in Bamberg am Montag berichtete.
Beeeinflusst wird dies durch den sozialen und ökonomischen Hintergrund der Eltern. Während die zweijährigen Kinder aus benachteiligten Familien über rund 97 Wörter aus einer Liste von insgesamt 260 Wörtern verfügten, benutzten gleichaltrige Kinder aus ressourcenreicheren Haushalten nach Angaben ihrer Eltern bereits 158 dieser Wörter.
Die Erkenntnisse basieren auf Daten, die aus Beobachtungen und Erhebungen von 3500 Kleinkindern mit ihren Eltern über zwei Jahre hinweg entstanden.
Die Unterschiede in sprachlichen und sozialen Kompetenzen und hiermit zusammenhängende Bildungsungleichheiten entstehen nicht erst im Vorschul- oder Schulalter, sondern haben ihre Wurzeln bereits in den allerersten Lebensjahren, wie die Autorinnen Manja Attig vom Leibniz-Institut und Sabine Weinert von der Universität Bamberg in ihrem Bericht schreiben.
Eine große Rolle spielt demnach die Interaktion zwischen Eltern und ihren Kleinkindern, wie das gemeinsame Betrachten von Bilderbüchern. Kommen Stressfaktoren wie geringes Einkommen oder niedriges Bildungsniveau zusammen, gelingt es dem Bericht zufolge den Eltern nur noch sehr eingeschränkt, auf Kinder mit einem herausfordernden Temperament feinfühlig und anregend einzugehen.
F.Dubois--AMWN