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Trump: US-Chiphersteller Nvidia tritt Teil seiner China-Einnahmen an USA ab
US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass der US-Chiphersteller Nvidia künftig einen Teil seiner Einnahmen in China an die US-Regierung abtritt. Trump sagte am Montag in Washington, im Gegenzug habe er Nvidia die Exportgenehmigung für einen Computerchip für China erteilt. US-Medien zufolge hat der US-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD) eine ähnliche Vereinbarung mit Trump getroffen, dazu äußerte sich der Präsident jedoch nicht.
Trump sagte weiter, Nvidia trete 15 Prozent der Einnahmen aus Verkäufen des "H20"-Chips in China an die US-Regierung ab. Der Chip ist für Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) geeignet. Der Präsident nannte den "H20"-Chip allerdings "veraltet", weshalb er der Freigabe für China zugestimmt habe. Trump ergänzte, der neueste Nvidia-Chip vom Typ Blackwell sei dagegen "superduper fortschrittlich" und werde vorerst nicht exportiert.
Unter Trumps Vorgänger Joe Biden hatten die USA aus Gründen der nationalen Sicherheit strenge Exportbeschränkungen für leistungsstarke Chips nach China verhängt. Trump hebelt die Auflagen nun teilweise aus und greift de facto auf Einnahmen eines Privatunternehmens zu. Die "New York Times" sprach von einer "sehr ungewöhnlichen Vereinbarung". Die Umsatzbeteiligung könnte der US-Regierung mehr als zwei Milliarden Dollar von Nvidia und AMD sichern.
Die "Financial Times", die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und die "New York Times" hatten am Sonntag übereinstimmend berichtet, Trump habe Nvidia-Chef Jensen Huang vergangenen Mittwoch im Weißen Haus empfangen. Trump sagte, der Nvidia-Chef werde vermutlich demnächst wieder bei ihm vorstellig, wenn es um andere Produkte gehe.
Für die US-Unternehmen ist die Volksrepublik ein wichtiger Markt. Zu der Abmachung mit Trump erklärte der Konzern, die USA dürften nicht ihre Führungsrolle verlieren. Bei KI-Anwendungen könne die US-Technologie "der weltweite Standard sein, wenn wir Gas geben". Der AMD-Konzern gab keine Stellungnahme ab.
Vor dem Hintergrund eines weltweiten Bedarfs an Hochleistungschips für KI-Anwendungen war Nvidia vor rund einem Monat zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen: Der Konzern erreichte als erstes Unternehmen einen Marktwert von vier Billionen Dollar.
Die US-Regierung verhandelt derzeit zudem mit China über den seit Monaten schwelenden Zollkonflikt. Dazu sagte Trump, die Gespräche liefen "ziemlich gut". Am Dienstag läuft eine vereinbarte 90-Tage-Frist zur Einigung aus. Als wahrscheinlich gilt eine weitere Verlängerung.
Trump hatte Anfang April hohe Strafzölle gegen China verhängt, Peking reagierte mit Gegenzöllen, woraufhin Trump wiederum seine Zölle erhöhte. Zwischenzeitlich lag das beidseitige Zollniveau bei deutlich über hundert Prozent.
O.Johnson--AMWN