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Erstmals wissenschaftlich belegt: Roter Fingerhut hilft bei Herzschwäche
Seit mehr als 200 Jahren angewendet, jetzt erstmals auch wissenschaftlich bewiesen: Ein Wirkstoff aus dem rotem Fingerhut hilft bei Herzschwäche. Das bestätigten Forscher in zehnjähriger Arbeit an einer klinischen Studie mit mehr als 1200 Patienten, bei der sie den Wirkstoff auf seine Sicherheit und Wirksamkeit hin untersuchten, wie die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) am Freitag berichtete.
Seit mehr als 200 Jahren wird der Stoff Digitalis aus den Blättern des roten Fingerhuts zur Behandlung der Herzschwäche eingesetzt. Zu dieser Wirkstoffgruppe der Herzglykoside zählt auch das Medikament Digitoxin. Jetzt konnten die Forscher demnach auch wissenschaftlich einwandfrei nachweisen, dass Digitoxin einen deutlich positiven Effekt bei einer Herzschwäche aufgrund einer verminderten Pumpfunktion und einer unzureichenden Entleerung der linken Herzkammer hat.
Eine Zusatztherapie mit Digitoxin verringert bei Patientinnen und Patienten mit solch einer fortgeschrittenen Erkrankung demnach die Sterblichkeit und die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Herzschwäche. Die Ergebnisse wurden in der medizinischen Fachzeitschriftzin "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.
In Deutschland sind etwa vier Millionen Menschen von chronischer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz betroffen. Atemnot, geringe Belastbarkeit, Wassereinlagerungen bis hin zur Unbeweglichkeit und schweren Herzrhythmusstörungen sind die Folge. Die Erkrankung ist eine der häufigsten Ursachen dafür, dass Menschen ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen oder sogar an den Folgen sterben.
P.Mathewson--AMWN