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Luftfahrtindustrie schlägt Gründung von nationaler Task-Force "Drohnenabwehr" vor
Angesichts zunehmender Vorfälle mit Drohnen hat der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) die Gründung einer nationalen Task-Force zur Abwehr derartiger Bedrohungen vorgeschlagen. "Um deutsche Verteidigungsfähigkeit zu gewährleisten, brauchen wir eine gemeinsame Kraftanstrengung", sagte BDLI-Hauptgeschäftsführerin Marie-Christine von Hahn am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Ziel müsse es sein, "die Aktivitäten der politischen Entscheidungsträger, Sicherheitsbehörden und der Industrie" bei der Drohnenabwehr zu bündeln.
Die aktuellen Vorfälle mit Überflügen über Industrieanlagen, kritischer Infrastruktur und militärischen Liegenschaften zeigten, "wie massiv die Drohnen-Bedrohung für Deutschland und Europa ist", heißt es in einem Positionspapier des BDLI. Der Verband verweist darin auch auf das jüngste "Eindringen von russischen Drohnen in den polnischen und rumänischen Luftraum".
Um die Abwehr von Drohnen zu stärken, schlägt der BDLI in einem der Nachrichtenagentur AFP vorliegenden Positionspapier einen Fünf-Punkte-Plan vor. In der nationalen Task-Force "Drohnenabwehr" sollen demnach Vertreter aller relevanten Regierungs- und Behördenstellen und der Industrie "die dringlichsten Probleme bei der Detektion und Abwehr von Drohnen" ermitteln. Dies solle Grundlage für "ein nationales Programm" sein, "das den Fokus auf die kurzfristige Entwicklung und Beschaffung von kosteneffizienten Abwehrsystemen für die Bundeswehr legt".
Für notwendig hält der Verband zudem eine "zielgerichtete Stärkung der Partnerschaft mit unseren europäischen Nachbarn", um gemeinsame Lösungen zur Drohnenabwehr zu beschaffen. Der BDLI fordert die Politik auch auf, zivile Institutionen wie die Polizei für die Erkennung und Abwehr von Drohnen auszurüsten und ihr Personal entsprechend auszubilden. Denn diese seien in Friedenszeiten für die Abwehr von Drohnen außerhalb militärischer Gelände zuständig.
Schließlich mahnt der Verband auch Rechtssicherheit bei der Drohnenabwehr an: Ungeklärte Zuständigkeits- und Rechtsfragen behindern die effektive Unterbindung von unautorisierten Drohnenflügen", heißt es in dem BDLI-Papier.
"Die Industrie steht mit ihrer Expertise bereit, die Entwicklung technisch praktikabler Regularien zu unterstützen", sagte von Hahn. Der Verband will in den kommenden Wochen in einen Dialog mit Regierung, Behörden und Abgeordneten zu den Plänen zur Drohnenabwehr treten. Dem BDLI gehören 260 Unternehmen an, die 120.000 Menschen beschäftigen.
P.Costa--AMWN