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Studie: Technologie- und KI-Boom könnte zu weiteren Insolvenzen führen
Die weltweit steigende Zahl an Firmenpleiten könnte einer Studie zufolge durch den Boom im Technologiebereich und bei Künstlicher Intelligenz (KI) weiter zunehmen. Ein Grund dafür sei, dass Neugründungen mit Blick auf das Insolvenzrisiko "besonders riskant" seien, teilte der Kreditversicherer Allianz Trade am Dienstag mit. Zudem könne ein Ende des KI-Booms einen "Schock ähnlich der Dotcom-Blase auslösen".
Laut der Studie beschleunigte sich in den vergangenen Jahren die Gründung von Unternehmen, insbesondere in Europa und den USA. So habe es in Europa zwischen 2021 und 2024 neun Prozent mehr Neuregistrierungen gegeben als zwischen 2016 und 2019; in den USA sogar über ein Drittel (plus 36 Prozent) mehr. Zugleich hätten Unternehmen in den ersten fünf Jahren ein überproportionales Insolvenzrisiko, erklärte Allianz Trade.
In der Folge der Corona-Pandemie sei es in einigen Ländern aufgrund der schnelleren Digitalisierung und des Aufstiegs der sogenannten Gig Economy zu einem "starken Anstieg der Unternehmensgründungen" gekommen, erläuterte Ano Kuhanathan, der bei dem Kreditversicherer den Bereich Unternehmensforschung leitet. Dies erhöhe das Insolvenzrisiko etwa in Italien, Frankreich und Portugal.
"Zudem schätzen wir, dass ein Ende des durch KI ausgelösten Booms einen Schock ähnlich der Dotcom-Blase auslösen könnte", fügte er hinzu. Dies könne zu zusätzlichen 4500 insolventen Unternehmen in den USA, 4000 in Deutschland, 1000 in Frankreich und 1100 in Großbritannien führen.
Dabei leiden rund um den Globus ohnehin zahlreiche Unternehmen unter höheren Handelsbarrieren. Im kommenden Jahr ist der Studie zufolge deshalb mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Firmenpleiten zu rechnen. Grund dafür seien die zeitversetzten Auswirkungen von Zöllen, die demnach ein steigendes Risiko von Dominoeffekten mit sich bringen.
Laut Allianz Trade erreichen die weltweiten Unternehmensinsolvenzen bis Ende 2025 mit einem Plus von sechs Prozent einen neuen Höchststand und nehmen 2026 um weitere fünf Prozent zu. Erst für 2027 rechnet der Kreditversicherer mit einem leichten Rückgang (minus ein Prozent) bei den weltweiten Firmenpleiten.
"Langsam Licht am Ende des Insolvenz-Tunnels" gibt es demnach aber in Deutschland: "2025 dürfte zwar mit einem deutlichen Anstieg der Pleiten um elf Prozent auf dann rund 24.320 Fälle enden", erklärte der Chef von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz, Milo Bogaerts. "Dafür stabilisiert sich die Lage in den kommenden beiden Jahren hierzulande voraussichtlich schneller - wenngleich auf hohem Niveau."
Für 2026 rechnet der Kreditversicherer mit einem nur noch leichten Zuwachs der Insolvenzen in Deutschland (plus ein Prozent). 2027 wird für die Bundesrepublik dann eine "merkliche Trendwende" und ein Absinken der Insolvenzzahlen um rund vier Prozent erwartet.
S.Gregor--AMWN